Spezialisierte Studiengänge Von Weinbau bis Kreuzfahrt

Auch das kann man studieren: Cruise Tourism Management.

(Foto: dpa-tmn)

Der angehende Gerontologe Johann Weigert und vier weitere Studierende berichten von ihren besonderen Studiengängen.

Franziska Hannig, 23

Master: Environmental Protection and Agricultural Food Production

Ein Klischee höre ich immer wieder: Umweltschutz und Landwirtschaft, das sind doch zwei Gegner, das passt doch überhaupt nicht zusammen. Aber das ist falsch. Der Studiengang Environmental Protection and Agricultural Food Production verbindet beide Seiten. Der Name klingt erst mal ziemlich sperrig, er lässt sich aber leicht erklären. Im Kern geht es um die Frage: Wie kann man Lebensmittel produzieren, ohne der Umwelt zu schaden?

Ich habe meinen Bachelor in Geoökologie, also Umweltwissenschaft, gemacht. Dabei habe ich festgestellt, dass mir der Bereich Agrarwissenschaft fehlt. Die Umwelt lässt sich von der Landwirtschaft nicht trennen, beide hängen zusammen. Ich beschäftige mich seit der Schulzeit mit Naturschutz und mit Lebensmitteln, speziell mit Slow Food. Der Master in Hohenheim passt also perfekt zu meinen Interessen. Die Studenten können sich viele Module frei zusammenstellen, das Spektrum ist breit. Wir lernen zum Beispiel, welche Bedeutung Bienen für unsere Landschaften haben, wie Böden - trotz Landwirtschaft - geschützt werden, und man auf umweltschonende Art hochwertige Lebensmittel produzieren kann.

Das kann man wirklich studieren?

Der Run auf die Unis ist ungebrochen und auch die Fächervielfalt größer denn je. Droht die Gefahr einer Überspezialisierung? Von Max Ferstl und Thomas Jordan mehr ...

Ich glaube, dass es Leute braucht, die Landwirtschaft und Umwelt zusammenbringen. Umweltschutz war zwar schon immer wichtig, aber gerade scheinen besonders viele Menschen und Firmen ein Bewusstsein für das Thema zu entwickeln. Deshalb sind die Perspektiven nach dem Studium nicht schlecht. Es gibt in vielen Bereichen Jobs: zum Beispiel in Umweltverwaltungen, in Umweltorganisationen oder in Gutachterbüros."

Johann Weigert, 52

Master: Angewandte Gerontologie

Wenn ich Verwandten oder Freunden erzähle, dass ich Angewandte Gerontologie studiere, ist die Reaktion meistens: Was ist das denn? Dann erzähle ich, woher das Wort eigentlich kommt. Nämlich aus dem Griechischen, von gérōn, was "Greis" beziehungsweise "der Geehrte" bedeutet. Eigentlich geht es in meinem Studiengang aber ganz allgemein um das Älterwerden der Menschen. Das Thema ist in letzter Zeit ungemein vielfältig geworden. In meinem Master beschäftige ich mich mit Ökonomie und Recht genauso wie mit medizinischen und technischen Trends in der Altenhilfe. Ich kann zum Beispiel jetzt die Kostenseite einer Sensormatte einschätzen, die einen Alarm auslöst, wenn sturzgefährdete ältere Menschen vom Bett aufstehen.

Seit meinem 20. Lebensjahr arbeite ich in der Altenhilfe. Angefangen habe ich mit einer Ausbildung als Pflegefachkraft, dann war ich Lehrkraft an einer Altenpflegeschule und dann Heimleiter in Kiel. Studiert habe ich erst später, meinen Bachelor mit dem Schwerpunkt Gesundheitspädagogik habe ich 2016 abgeschlossen.

Jetzt arbeite ich als Leiter des Qualitätsmanagements von Senioreneinrichtungen in Hannover. Wenn Sie in Führungspositionen sind, müssen Sie sich aktuell halten, um den Trend nicht zu verpassen. Deswegen wollte ich noch einen Master draufsetzen. Ich hatte einen BWL-Master in Management angefangen, aber der war mir zu statistik- und forschungslastig. Außerdem bin ich ja voll berufstätig, das Studieren spielt sich bei mir am Abend oder am Wochenende ab. Der Master Angewandte Gerontologie an der Apollon-Hochschule Bremen ist ganz überwiegend ein Fernstudium, da habe ich die Flexibilität, die ich brauche. Deswegen würde ich diesen Studiengang auch unbedingt noch einmal wählen. Ich schätze, dass ich 80 Prozent der Inhalte, die ich lerne, für meinen Job gebrauchen kann.