Studium Diese Versicherungen brauchen Studierende im Ausland

Vor dem Gang in Ausland sollten sich Studierende um einen angemessenen Versicherungsschutz kümmern.

(Foto: Jan Woitas/dpa)

Ein Auslandssemester verspricht Abenteuer - Studierende müssen sich dabei aber unbedingt für mögliche Unglücksfälle wappnen.

Von Christine Demmer

Welche Atmosphäre herrscht an der ausgewählten Uni? Und wer hilft mir, eine geeignete Unterkunft zu finden? Wenn man im Ausland studieren will, kümmert man sich um alle möglichen Dinge. An eines jedoch denken junge, gesunde Menschen selten: an einen ausreichenden Versicherungsschutz - gegen Krankheit, Unfall und sonstiges Ungemach, das ein großes Loch in das Studienbudget reißen kann.

"Häufig sind die Eltern mehr darum besorgt als die Kinder", berichtet Versicherungsexperte Dennis Gottschalk von Leue & Nill, einem der größten Versicherungsmakler Deutschlands. "Doch im Fall des Falles sind es die Studenten, deren sorgsam geplante Ausbildung im Ausland ein abruptes Ende nehmen kann. Deshalb dürfen sie das Thema nicht einfach zur Seite legen und sagen: Wird schon alles gutgehen."

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Bei einem ins Studium integrierten Auslandssemester innerhalb der EU sowie in Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz sind Studenten über die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland versichert. In diesem Fall sind sie weiterhin an ihrer deutschen Hochschule eingeschrieben. Dauert das Studium im Ausland länger als sechs Monate, oder studieren sie auf eigene Faust, so benötigen sie eine Auslandskrankenversicherung. Auf jeden Fall braucht man Letztere bei einem Studium außerhalb Europas. Denn hier greift die gesetzliche Krankenversicherung nicht, und die günstige Reisekrankenversicherung gilt nur für höchstens sechs Wochen.

Die Höhe der Beiträge differiert von Staat zu Staat und hängt im Wesentlichen vom Standard im jeweiligen Land ab. Vor allem in Kanada und den USA sind medizinische Behandlungen oft erheblich teurer als in Deutschland. Daher sind diese beiden Länder bei vielen Versicherungsangeboten grundsätzlich ausgeschlossen und nur gegen Extratarife zu haben. "Oft bieten die ausländischen Hochschulen eigene Krankenversicherungspakete an", sagt Gottschalk. Doch der Vergleich lohne sich: "Nicht selten sind in Deutschland abgeschlossene Versicherungen für ein bestimmtes Land günstiger."

Lieber zu lang abschließen als zu kurz

Fast alle Anbieter stellen Auslandskrankenversicherungen für eine unterschiedliche Zeitperiode aus. Die Spannweite reicht von einem Monat bis zu fünf Jahren. Hier muss man genau hinschauen: Bei einigen Versicherungen endet die Gültigkeitsdauer automatisch nach zwölf Monaten. Wer genau weiß, dass er länger im Ausland bleiben will, sollte schon beim Abschluss auf einer Vertragsdauer bestehen, die in etwa dem Aufenthaltszeitraum entspricht. Wobei als Faustregel gilt: Lieber zu lang abschließen als zu kurz. Denn erstens erschwert die Entfernung die Verhandlungen. Und zweitens zahlen manche Assekuranzen bei Nichtinanspruchnahme des Versicherungsschutzes gezahlte Prämien anteilig zurück.

Um die Krankenversicherung muss man sich rechtzeitig kümmern, denn die Auswahl, der Abschluss und die Ausstellung der Police können durchaus einige Wochen dauern. Die meisten Hochschulen verlangen schon bei der Bewerbung für einen Studienplatz den Nachweis eines entsprechenden Versicherungsschutzes. In der Regel bestehen die Zulassungsstellen ausländischer Hochschulen auf der vollständigen Übernahme aller eventuell anfallenden Kosten.