Schule Was tun, wenn die Lehrerin mein Kind beleidigt?

Wie sich Schüler gegen beleidigende Lehrer wehren können.

(Foto: Illustration: Jessy Asmus/SZ.de)

"Wie dumm bist du denn?", fragt die Lehrerin und ist auch sonst im Unterricht meist mies gelaunt. Was Schüler und Eltern unternehmen können.

Von Matthias Kohlmaier

Die Leserfrage

Die Lehrerin meiner Tochter lebt ihre schlechte Laune und persönlichen Antipathien im Unterricht offen aus. Auch beschimpft sie gelegentlich Schüler mit Ausdrücken wie "Penner" oder rhetorischen Fragen à la "Wie dumm bist du denn?". Das wirkt sich nicht nur negativ auf die Motivation der Schüler aus, auch die Noten sind schlechter geworden. Wir Eltern trauen uns kaum, uns zu beschweren - aus Angst, dass den Kindern dadurch weitere Nachteile entstehen könnten. Von der Schulleitung haben wir bei bisherigen Anfragen in der Sache keine Hilfe bekommen. Was können wir tun?

Die Antwort

"Es kann und muss auch mal hart zugehen", hat der emeritierte Schulpädagogik-Professor Hilbert Meyer über die konstruktive Lehrer-Schüler-Beziehung im SZ.de-Interview gesagt - Beleidigungen hatte er dabei allerdings nicht im Sinn. Sich gegen Lehrkräfte wie die beschriebene zu wehren, kann kompliziert und langwierig sein.

Was ein Schulleiter sagt

"Das sind absolute No-gos, was sich die Kollegin leistet", urteilt der langjährige Rektor eines bayerischen Gymnasiums. Er rät aus eigener Erfahrung aber davon ab, sich direkt an die Schulleitung zu wenden. "Leider kommen viel zu viele Eltern direkt zu mir mit ihren Beschwerden, ohne zuerst das Gespräch mit der betreffenden Lehrkraft zu suchen. Das blocke ich grundsätzlich ab und schicke die Leute zu dem Lehrer, mit dem ihr Kind ein Problem hat."

Oft ließe sich in einer Sprechstunde schnell herausfinden, dass die Wahrnehmung des Kindes womöglich einseitig ist und der Lehrer kein Problem mit dem Schüler hat. Aber natürlich - und das weiß auch der Rektor - wird kaum eine Lehrkraft in der Sprechstunde gegenüber Eltern freimütig erklären: "Klar habe ich Ihr Kind als dummen Penner bezeichnet!". Trotzdem ist das persönliche Gespräch immer der erste Schritt. "Wenn der Lehrer sich dem verweigert, ist das ein sehr deutliches Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt", sagt der Schulleiter.

Faule Säcke im Schlabberpulli

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Kristallisiert sich also heraus, dass das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer tatsächlich belastet ist, ist die nächsthöhere Ebene dran. An Gymnasium oder Realschule wäre das der Klassenleiter, der bei Problemen eine Vermittlerrolle einnehmen soll. Er wird die Lehrkraft persönlich ansprechen. Hilft das nicht, können Sie sich an eine Verbindunglehrkraft oder den zuständigen Stufenbetreuer wenden. Erst wenn sich auch dadurch nichts bessert, sollte die Beschwerde an die Schulleitung kommuniziert werden.

Dass hier bei ähnlichen Problemen bisher keine Unterstützung erfolgte, ist sehr überraschend. Der befragte Schulleiter hat dazu eine klare Meinung: "Wenn der Lehrer etwas falsch macht, bin ich als Vorgesetzter verpflichtet, das aus der Welt zu schaffen. Und wenn er alles richtig macht, gibt es für die Schulleitung bei Beschwerden keinen Grund, sich wegzuducken."