ErziehungHandys in der Schule: "Eltern versagen komplett, und wir Lehrer sollen es richten"

Immer wieder gibt es Forderungen nach einem Verbot. Was halten Schüler und Lehrer davon?

Nichts wünschte sich Dean Liptak, Chemielehrer an einer Highschool in Florida, sehnlicher als: ein Funkloch. Genervt vom Getippe und Gewische der Schüler installierte er einen Störsender im Klassenzimmer. Und genoss eine Weile die volle Aufmerksamkeit, bevor er vor zwei Jahren wegen der illegalen Aktion für fünf Tage suspendiert wurde.

Auch in Deutschland, wo die einzelnen Bundesländer die Handynutzung an den Schulen regeln, werden immer wieder Forderungen nach smartphonefreien Klassenzimmern laut. Zuletzt plädierte Rainer Thomasius, Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf, für ein Handyverbot zum Schutz der Schüler.

Doch es gibt auch Smartphone-Befürworter, etwa Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert, die das Potenzial der Geräte betont, wenn man sie gut im Unterricht einsetze.

Wie verlaufen die Fronten in den Klassenzimmern? Daddelnde Schüler, handymüde Lehrer? So einfach ist es nicht.

Bild: imago/MITO 5. März 2017, 09:362017-03-05 09:36:04 © SZ vom 04.03.2017/mkoh