Schüleraustausch Wie bekommen Schüler ein Stipendium für ein Auslandsjahr?

10.000 Euro für ein Jahr Neuseeland - viele Familien überfordert ein Auslandsaufenthalt für den Nachwuchs finanziell. Trotzdem müssen Schüler nicht auf die Reise verzichten, denn Stipendien decken die Kosten teilweise oder sogar ganz.

Von Sabrina Ebitsch

Ein Jahr im Ausland ist teuer: Die Organisation, die Reise, Versicherungen, Seminare - Austauschorganisationen verlangen für ein Jahr zwischen 5000 und 10.000 Euro, je nachdem, ob es nach Europa oder bis nach Neuseeland gehen soll. Viele Familien können das kaum finanzieren, aber Stipendien helfen, zumindest einen Teil der Summe zu bewältigen.

Die Stiftung Mercator vergibt Schülerstipendien über die Austauschorganisationen AFS Interkulturelle Begegnungen und das Deutsche Youth For Understanding Komitee YFU für Auslandsaufenthalte in der Türkei und China. Unabhängig von der Kooperation mit Mercator bieten auch die Organisationen selbst Stipendien an.

AFS beispielsweise bezuschusst je nach Einkommenssituation, familiärem Hintergrund oder Wunschland insgesamt 30 Prozent aller über die Organisation organisierten Schüleraustausche. Bei YFU wird jeder vierte Teilnehmer finanziell unterstützt - wenn sich der Bewerber den Schüleraustausch sonst nicht leisten könnte - oder um den Austausch mit bestimmten Regionen, etwa Osteuropa, zu fördern.

Häufig arbeiten Stiftungen und Kommunen mit den Austauschorganisationen zusammen - über AFS vergibt zum Beispiel auch die Robert-Bosch-Stiftung Stipendien an Schüler, die sich besonders für Indien interessieren. Auch der Bundestag will über das Parlamentarische Patenschaftsprogramm die Verständigung zwischen jungen Deutschen und US-Amerikanern voranbringen.

Auswahl nach Persönlichkeit, Eignung und Motivation

Darüber hinaus fördern private Organisationen, Firmen und teils die Kommunen die Horizonterweiterung von Schülern - etwa das Deutsch-Amerikanische Dialogzentrum Magdeburg, das Schüler aus Sachsen-Anhalt bei ihrer USA-Reise unterstützt, oder die Lions Clubs, die Jugendcamps und -austausche organisieren.

Die Anforderungen an die Bewerber sind unterschiedlich: Oft muss mit einem Einkommensnachweis der Eltern dargelegt werden, dass die Finanzierung des Auslandaufenthaltes anders nicht möglich wäre. Viele Organisationen verlangen auch eine Selbstdarstellung, Gutachten der Schule und ein Motivationsschreiben, in dem die Schüler erklären, warum sie gerade in dieses Land reisen möchten und was sie dort besonders interessiert. Außerdem werden zumindest Grundkenntnisse der Landessprache erwartet. Die Auswahl richtet sich dann nach Persönlichkeit, Eignung und Motivation des Bewerbers.

Eine Übersicht über verschiedene Stipendienprogramme sowie weitere Informationen zu Auslandsaufenthalten findet sich auch auf dieser Webseite der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland. Auch auf diese Webseite eines privaten Bildungsberatungsdienstes kann man nach Angeboten suchen.