Professoren-Gehälter im Bundesländer-Vergleich Spitzenverdiener im Süden

Das Verfassungsgericht kippt die Professoren-Besoldung in Hessen. Ein Blick in die einzelnen Bundesländer zeigt: Bei den Grundgehältern gibt es erhebliche Unterschiede. Am besten verdienen Professoren in Bayern und Baden-Württenberg. Schlusslicht sind Bremen, Berlin und Hessen.

Da Bundesverfassungsgericht hat die Professorenbesoldung in Hessen für verfassungswidrig erklärt, das Urteil könnte weitreichende Folgen für die Bezahlung von Hochschullehrern überhaupt haben. Ein Blick in die einzelnen Bundesländer zeigt: Bei den Grundgehältern für Professoren gibt es erhebliche Unterschiede, die mehrere hundert Euro monatlich betragen. Nach Angaben des Deutschen Hochschulverbandes erhalten Professoren in Baden-Württemberg und Bayern das höchste Grundgehalt, ihre Kollegen in Bremen, Berlin und Hessen bekommen deutlich weniger. Hinzu können teils Leistungszulagen kommen - die gibt es aber längst nicht für alle.

In der höchsten Besoldungsstufe W3 beziehen Professoren in Baden-Württemberg 5529 Euro brutto pro Monat. Es folgen Hochschullehrer in Bayern mit 5367 Euro und in Hamburg mit 5317 Euro. Berlin zahlt ihnen dagegen nur 4890 Euro, Hessen 5147 Euro und Bremen 5164 Euro brutto.

Spitzen-Wissenschaftler können mit ihren Hochschulen Leistungszulagen aushandeln, deren Höhe unbegrenzt ist. Da das Personalbudget der einzelnen Hochschule dafür aber nicht größer wird, müssen sich andere Professoren wiederum nur mit dem Grundgehalt begnügen. Seit der Föderalismusreform von 2006 können die Länder Besoldungsanpassungen bei den Grundgehältern selbstständig vornehmen. Seitdem wächst das Besoldungsgefälle zwischen den Ländern.

Auch bei der Besoldungsgruppe W2 - um die es um aktuellen Urteil aus Karlsruhe ging - führt Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich mit einem Brutto-Monatsgrundgehalt von 4579 Euro vor Bayern mit 4501 Euro und Rheinland-Pfalz mit 4416 Euro. Berlin rangiert dagegen mit 4027 Euro auch hier auf dem letzten Platz. Hessen liegt hier mit 4239 Euro auf dem vorletzten und Bremen mit 4256 Euro auf dem drittletzten Platz.

Bei der Grundvergütung von Junior-Professoren ergibt sich das gleiche Bild. Baden-Württemberg bietet W1-Professoren bis zu 3924 Euro, Bayern 3889 Euro und Rheinland-Pfalz 3871 Euro. Berlin wartet dagegen mit 3526 Euro, Hessen mit 3711 Euro und Bremen mit 3728 Euro auf.

Allein Baden-Württemberg schreibt Universitätsprofessuren ausschließlich als W3-Professuren aus.

Die Zahlen gehen aus einer Übersicht des Deutschen Hochschulverbandes, der Berufsorganisation der Universitätsprofessoren, hervor.