Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Schavan will gegen Entzug des Doktortitels klagen

Bundesbildungsministerin Annette Schavan will gegen den Entzug des Doktortitels durch die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität gerichtlich vorgehen. Ihr Vorwurf: Die Entscheidung soll in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen sein.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will gegen den Entzug ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf klagen. Dies teilte ihre Anwaltskanzlei Redeker, Sellner und Dahs am Dienstag in Bonn mit. Die Klage werde beim Verwaltungsgericht Düsseldorf erhoben.

"Die Entscheidung ist in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen und sie ist auch materiell rechtswidrig", heißt es in der Erklärung. Die gesetzlich vorgeschriebene Vertraulichkeit des Verwaltungsverfahrens sei mehrfach durch selektive Information der Öffentlichkeit verletzt worden. Weiter heißt es: "Die gebotenen Ermittlungen zur Feststellung einer Täuschung der Gutachter im damaligen Promotionsverfahren sind unterblieben." Beweisanträge seien in dem Verfahren von der Universität übergangen worden. Das gelte auch für den Antrag auf Einholung eines externen Fachgutachtens. Die Anwälte betonten: "Eine Täuschung hat es nicht gegeben."

Die Universität Düsseldorf hatte zuvor angekündigt, Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) den Doktortitel zu entziehen. Der zuständige Fakultätsrat habe im Plagiatsverfahren für die Aberkennung gestimmt, teilte der Ratsvorsitzende, Professor Bruno Bleckmann, mit.

Die Ministerin hält sich derzeit zu einer fünftägigen Reise in Südafrika auf, wo sie politische Gespräche über berufliche Bildung und Wissenschaftskooperation führt. Schavan, eine enge Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), räumte zuletzt Flüchtigkeitsfehler in ihrer Dissertation ein, wies den Vorwurf des Plagiats oder der Täuschung aber zurück.