OECD-Studie zur Erwachsenenbildung Deutsche nur mittelmäßig gebildet

Lesen, Rechnen, Interpretieren: Der Bildungsstand deutscher Erwachsener ist im internationalen Vergleich nur Mittelmaß. Das ist das Ergebnis einer OECD-Studie, die das Alltagswissen in 24 Industrienationen vergleicht. Auf den Spitzenplätzen finden sich die üblichen Verdächtigen.

Das Alltagswissen der Erwachsenen in Deutschland ist im internationalen Vergleich nur mittelmäßig. Dies gilt sowohl für das Lesen und Verstehen von Texten wie auch für einfache Grundrechenarten, zum Beispiel Prozentrechnen und Dreisatzaufgaben.

Zu diesem Ergebnis kommt der erste Pisa-Test zum Wissen der 16- bis 65-Jährigen in 24 Industrienationen, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Berlin vorstellte (Studie als PDF).

Spitzenwerte im Lesen und Rechnen erreichen Erwachsene in Japan und Finnland. Für die weltweite Studie wurden 166.000 repräsentativ ausgewählte Menschen in Interviews getestet. Aus Deutschland nahmen 5465 Personen teil.

Die Studie wurde zwischen Sommer 2011 und Frühjahr 2012 zeitgleich in 24 Ländern durchgeführt. In jedem Land wurden etwa 5000 zufällig ausgewählte Erwachsene im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt. Sie mussten Aufgaben in vier Themenfeldern lösen. Dabei ging es um Lesekompetenz, Textverständnis, Mathematik und die Fähigkeit, neue Technologien einzusetzen, wie zum Beispiel im Internet nach Informationen zu suchen.

Die OECD plant, die Studie fortan in regelmäßigen Abständen erneut durchzuführen. Die Organisatoren erhoffen sich davon, gesellschaftliche Veränderungen besser nachvollziehen zu können. Die Organisation ist ein Zusammenschluss von 34 Staaten, die sich laut Selbstverständnis der Demokratie und Marktwirtschaft verpflichtet fühlen.