Nach dem Bachelor Wie bewerbe ich mich erfolgreich für einen Master-Studienplatz?

Endstation Bachelor? Die Vergabe von Masterstudienplätzen steht in der Kritik. Dabei gibt es eigentlich genügend Studienangebote für die zweite Studienphase. Wer sich geschickt bewirbt, kann seine Chancen deutlich steigern.

Von Sabrina Ebitsch

Wie nach dem Abi beginnt nach dem Bachelor-Abschluss für viele ein neuer Bewerbungsmarathon. Die Suche nach spannenden und passenden Masterprogrammen braucht Zeit, eine erfolgreiche Bewerbung Recherche und Vorbereitung. "Beim Masterzugang kann ich nur jedem raten, sich an die Fachstudienberatung der jeweiligen Hochschule zu wenden, und sich genau anzuschauen, was die Schwerpunkte dort sind und wer dort lehrt", sagt Christiane Mateus-Brinck, stellvertretende Leiterin der Studienberatung der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Der Zugang zum Master stand und steht vielfach in der Kritik: Studentenvertreter und Gewerkschaften fordern, das Nadelöhr nach dem Bachelor zu erweitern und mehr, wenn nicht gar allen Absolventen Studienplätze zur Verfügung zu stellen. Tatsächlich reichen sie auch künftig nach Schätzungen des Deutschen Hochschulverbands für nur ein Drittel der Bachelorabsolventen, während laut einer Erhebung des Hochschulinformations-Systems immerhin 55 Prozent schon während ihres Studiums sicher sind, dass sie einen Master machen wollen.

Das eigentliche Problem ist jedoch nicht dieses Missverhältnis, sondern ein anderes: Die meisten Absolventen wollen ihren Master in wenigen beliebten Studentenstädten oder an hoch renommierten Hochschulen machen, während gleichzeitig im Osten oder an weniger bekannten oder unterschätzten Unis im Westen Studienplätze ungenutzt bleiben. "Es herrscht nicht prinzipiell eine Knappheit an Masterstudienplätzen - es ist auch eine Frage der persönlichen Flexibilität, ob Bewerber etwa bereit sind, in eine weniger attraktive Stadt zu ziehen", sagt die Autorin und Studienberaterin Angela Verse-Herrmann.

Mehr als die Hälfte der Studiengänge ist zulassungsfrei

Entscheidend sind bei der Suche nach dem richtigen Masterprogramm daher nicht nur die Studieninhalte, sondern auch ein realistisches Abschätzen der Chancen. Neben der intensiven Lektüre der entsprechenden Websites der Hochschulen und Gesprächen mit Studenten kann das Masterwiki, das die Erfahrungen von Bewerbern sammelt, dabei helfen.

Den Mut sollten aber auch Absolventen mit eher durchschnittlichen Abschlussnoten nicht verlieren. Immerhin sind deutlich mehr als die Hälfte der mehr als 6000 Master-Studiengänge in Deutschlands zulassungsfrei - das heißt, sie stehen ohne Bewerbungsverfahren offen. Selbst in beliebten Fächern wie BWL oder Psychologie gibt es hier zahlreiche Angebote.

Jenseits der nicht zulassungsbeschränkten Studiengänge gilt wie am Studienanfang: mit mehreren Bewerbungen an verschiedenen Hochschulen die Chancen erhöhen. Absagen sind angesichts einer teils großen Konkurrenz kein Weltuntergang, sondern gehören dazu. "Das Wesen von Bewerbungsverfahren ist nun einmal, dass man nicht gleich auf die erste Bewerbung eine Zusage erhält", sagt Verse-Herrmann. "Der Rat kann da nur sein, von einer starken Konkurrenz auszugehen und das eigene Verhalten danach auszurichten. Wenn die Note also nicht so gut ist, muss ich mich breiter aufstellen."