Nach Ablehnung von indischem Bewerber Rektorin der Uni Leipzig hält an Professorin fest

  • Eine Professorin der Uni Leipzig soll einem indischen Studenten den gewünschten Praktikumsplatz mit Verweis auf die Vergewaltigungsfälle in seinem Heimatland verwehrt haben.
  • Nun hat die Rektorin der Hochschule, Beate Schücking, in der Sache Stellung bezogen.
  • Sie glaubt der Professorin und akzeptiert ihre Entschuldigung, will aber noch nichts über mögliche Konsequenzen sagen.

Uni-Direktorin äußert sich zu Diskriminierungsvorwürfen

Nachdem eine Biochemie-Professorin der Uni Leipzig einem indischen Studenten seiner Herkunft wegen einen Praktikumsplatz verweigert haben soll, hat sich nun die Rektorin der Hochschule zu dem Fall geäußert. "Ich toleriere diese Aussagen nicht. Aber ich akzeptiere die Entschuldigung von Professor Beck-Sickinger", sagte Beate Schücking in einem auf der Webseite der Universität publizierten Statement.

Die vermeintliche Ablehnungsmail habe Annette Beck-Sickinger in der Form niemals verfasst. "Ihre Äußerungen über Gewalt gegen Frauen in Indien standen nicht in ihrer ersten Mail an den Studenten. Sie waren die Reaktion auf eine provozierende Mail, die der eigentlichen Anfangsmail folgte." Das heißt: Der Mailverkehr, wie ihn das Magazin India Today und viele weitere Publikationen veröffentlicht hatten, soll manipuliert, wenigstens aber unvollständig sein.

Den tatsächlichen Mailverkehr kann die Uni Leipzig, wie es in ihrer Erklärung zur Sache heißt, derzeit aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht veröffentlichen. Über mögliche Konsequenzen für die Wissenschaftlerin Beck-Sickinger will Rektorin Schücking noch nichts sagen. Der Vorfall werde intern geprüft.

Die Vorgeschichte

Die Zeitschrift India Today hatte am vergangenen Montag eine Mail-Konversation zwischen Beck-Sickinger und dem Bewerber in ihrer Online-Ausgabe öffentlich gemacht. Demnach soll die Professorin dem Mann als Antwort auf dessen Bewerbung um ein Praktikum an ihrem Lehrstuhl geschrieben haben, sie akzeptiere keine männlichen Studenten aus Indien. "Wir hören viel über die Probleme mit Vergewaltigungen in Indien. Ich habe viele Studentinnen in meiner Gruppe und kann diese Haltung daher nicht unterstützen", heißt es demnach in der E-Mail weiter.

Beck-Sickinger erklärte, sie habe die Mail nicht in der publizierten Form verfasst, sie sei vielmehr aus Einzelteilen anderer E-Mails zusammengesetzt worden. "Ich habe überhaupt nichts gegen indische Studenten - im Gegenteil", schrieb Beck-Sickinger. Sie habe den Studenten abgelehnt, da ihre Labore voll besetzt seien, hieß es in einer Erklärung auf der Uni-Homepage.

Die Causa hatte die Gemüter bis in höchste Diplomatenkreise erhitzt. Der deutsche Botschafter in Indien, Michael Steiner, schrieb in einem Brief an Beck-Sickinger, solch simples Bild eines Landes sei einer Professorin nicht angemessen. "Indien ist kein Land von Vergewaltigern."

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