Hochschulwahl Was sind Verwaltungshochschulen?

Von wegen staubige Akten - mit Klischees vom Beamtenalltag hat das Studium an Verwaltungshochschulen nichts zu tun. Die Studenten wählen Fächer von Meteorologie bis Kriminaldienst und sind die künftigen Führungskräfte in Behörden und Ämtern. Auch die Arbeitsagentur, die Polizei und die Bundeswehr unterhalten eigene Hochschulen.

Es gibt in Deutschland nicht nur Studiengänge - mehr als 16.000 - für jeden Geschmack, sondern auch Hochschulen: private, staatliche und kirchliche; Unis und FHs, Kunst-, Musik- und Sporthochschulen, Berufsakademien und Fernhochschulen. Die am wenigsten bekannte Hochschulart dürften allerdings die Verwaltungshochschulen sein. Hier werden die künftigen Fachleute für die öffentliche Verwaltung, für die Bundesagentur für Arbeit und die Polizei ausgebildet.

Um den Nachwuchs für den gehobenen und höheren Dienst in den jeweiligen Behörden zu schulen, unterhalten Bund und Länder eigene Hochschulen. Die Fachbereiche und Studienrichtungen sind vielfältig und reichen von Kriminaldienst über Sozialversicherung und Verwaltungsmanagement bis hin zum Wetterdienst.

Gemeinsame Basis sind Wirtschaft- und Rechtswissenschaften, inhaltliche Schwerpunkte richten sich nach den jeweiligen Ausbildungsgängen: Verwaltungsinformatiker konzentrieren sich beispielsweise auf Informationstechnik, künftige Mitarbeiter des Wetterdienstes auf Meteorologie. Theorie- und Praxisphasen in den jeweiligen Behörden wechseln sich ab.

Wer sich für ein Diplom-, Bachelor- oder Master-Studium an einer Verwaltungshochschule interessiert, muss sich in den meisten Fällen zunächst bei der zuständigen Behörde bewerben - im Studiengang Sozialversicherung zum Beispiel bei der Deutschen Rentenversicherung. Sie schicken Kandidaten für den gehobenen und höheren Dienst dann zum Studieren an die jeweilige Hochschule. Vorher müssen Bewerber aber in der Regel ein Auswahlverfahren mit Eignungstests und persönlichen Gesprächen überstehen.

Gehalt für Studenten

Die Mühe allerdings lohnt sich: Wer an einer Verwaltungshochschule studiert, hat bereits Beamtenstatus (auf Widerruf) und bekommt ein monatliches Gehalt. Erfolgreiche Absolventen haben nach drei bis fünf Jahren Studium zwar keine Jobgarantie, in der Regel aber einen weitgehend reibungslosen Berufseinstieg und später eine adäquate Stelle als Beamter auf Lebenszeit.

Darüber hinaus hat auch die Bundesagentur für Arbeit ihre eigenen Hochschulen in Schwerin und Mannheim für den Führungsnachwuchs. In den Bachelor-Studiengängen Arbeitsmarktmanagement und Beschäftigungsorientierte Beratung und Fallmanagement werden künftige Berater, Fallmanager und Arbeitsvermittler ausgebildet.

Auch die Polizei bildet an ihren Akademien und FHs angehende Kommissare oder Polizeimanager aus - zum Beispiel an der Deutschen Polizeihochschule in Münster www.dhpol.de. Eine Übersicht findet sich hier

Die Bundeswehr unterhält eigene Hochschulen in Hamburg und München. Dort studieren angehende Offiziere in Bachelor- und Masterstudiengängen die verschiedensten Fächer von Psychologie bis Maschinenbau.