Hochschulwahl Was ist das Besondere an Kunst-, Musik- und Sporthochschulen?

Ob auf der Leinwand, hinter dem Notenständer oder auf der Aschenbahn: An Kunst-, Musik- und Sporthochschulen ist das Talent der Bewerber viel wichtiger als die Noten im Zeugnis. Und auch der Unterricht unterscheidet sich klar von dem an der Durchschnitts-Uni.

Unis und Fachhochschulen kennt jeder. Doch die Hochschullandschaft in Deutschland ist mit Unis und FHs, Berufsakademien und Fernhochschulen vielfältig. Daneben gibt es noch etwa 60 Sport-, Musik- und Kunsthochschulen, an denen die Begabung des Einzelnen im Mittelpunkt steht. Sie bilden den Nachwuchs für Kunst, Design, Musik, Tanz, Film, Fernsehen und Sportwissenschaft aus.

Anders als bei den übrigen Hochschulen geht es hier weniger um Noten als um Talent: Der Abischnitt spielt im Bewerbungsverfahren nicht wie sonst die entscheidende, sondern, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. Herausragende Bewerber können sogar ohne Abi aufgenommen werden. Der Zugang zu diesen Hochschulen ist in der Regel nur mit einer bestandenen Aufnahmeprüfung möglich.

An künstlerischen Hochschulen müssen Bewerber meist Mappen mit Arbeitsproben wie Skizzen, Zeichnungen oder auch selbstgedrehte Filme oder Drehbuchentwürfe einreichen. Eine Jury trifft dann eine Vorauswahl und lädt einen Teil der Bewerber zum persönlichen Vorstellungsgespräch vor eine Auswahlkommission. Zu den künstlerischen Hochschulen zählen sowohl Kunst- wie auch Filmhochschulen. Sie bringen Grafiker, Designer, Maler, Bildhauer, Architekten und Fotografen beziehungsweise Regisseure, Drehbuchschreiber und Schauspieler hervor.

Vorsingen oder -spielen

Bei der Bewerbung für Musikhochschulen (Konservatorien) müssen künftige Sänger und Musiker in der Eignungsprüfung durch Vorspielen oder -singen ihr Talent, Kenntnisse in Musiklehre und ein musikalisch geschultes Gehör unter Beweis stellen. Auch Dirigenten, Regisseure und Tänzer werden teils an Musikhochschulen ausgebildet.

Die Lehre an künstlerischen und Musikhochschulen ist sowohl theoretisch wie auch praktisch angelegt und reicht von Fächern wie Kunstgeschichte und Designtheorie bis hin zum Aktzeichnen und digitalen Entwurfstechniken, von Harmonielehre und Hörerziehung bis hin zu Spieltechniken und Improvisation. Teilweise ist die Ausbildung bereits auf Bachelor und Master umgestellt, viele Hochschulen halten aber noch am klassischen Diplom fest Nach dem Abschluss können besonders begabte Studenten Meisterschüler eines Professors werden.

An der Sporthochschule Köln müssen Bewerber eine Eignungsprüfung bestehen, in der sie ihre Leistungsfähigkeit in verschiedenen Sportarten von Turnen bis Leichtathletik unter Beweis stellen. Hier werden aber keine Leistungssportler gesucht, sondern Bewerber mit einer umfassenden sportlichen Begabung in mehreren Disziplinen. Nach einem Bachelor-Master-Studium arbeiten die Absolventen der Sporthochschule beispielsweise als Trainer, Lehrer, Sporttherapeuten oder -manager.