Hochschulpolitik Wankas Professorinnen-Projekt geht das Geld aus

Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will Frauen an Universitäten fördern.

(Foto: Getty Images)
  • Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will Wissenschaftlerinnen an Universitäten fördern und so in Führungspositionen bringen.
  • Doch schon jetzt geht dem Projekt das Geld aus, während die Universitäten auf den Kosten für neue Professuren und Gleichstellungsprogramme sitzen bleiben.
Von Roland Preuß

Es war eine große Erfolgsmeldung: 147 Hochschulen könnten sich über Fördergeld für Nachwuchswissenschaftlerinnen freuen, jede Einrichtung erhalte Hunderttausende Euro für bis zu drei neue Professorinnen, verbreitete vergangenen Juli die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern.

Das Geld reicht nicht

Das Programm bringe mehr Frauen in Führungspositionen, die Hochschulen bauten damit "geschlechtergerechte und familienfreundliche Strukturen" auf, jubelte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Nun geht Wankas Vorzeigeprojekt die Puste aus. 51 für gut befundene Förderanträge sind auf der Warteliste gelandet, weil das Geld nicht reicht, räumte ihr Ministerium auf Anfrage der Grünen ein.

Die Dummen sind die betroffenen Hochschulen. Denn sie mussten die Professorinnen bereits vorher berufen und zudem ein Programm zur Gleichstellung auflegen. Beides kostet viel Geld. "Für uns ist das ein Riesenproblem", sagt etwa Ingrid Fitzek, Gleichstellungsbeauftragte der Uni Duisburg-Essen, von der drei Anträge auf der Warteliste gelandet sind. Eigentlich wollte man dort mit den frei werdenden Mitteln eine Kita mit 50 Plätzen finanzieren.

"Stümperhaftes Programm-Management"

Das Ministerium verweist auf Vereinbarungen mit den Ländern, wonach die bevorzugt gefördert werden, die den Antrag als erstes stellen - bis die Mittel aufgebraucht sind. Zudem zahlten die Länder die Hälfte. Der Initiator der Anfrage, Kai Gehring (Grüne), kritisiert dagegen "stümperhaftes Programm-Management und klammheimliches Wegsparen durch Ministerin Wanka". Das Programm sei hoffnungslos überzeichnet, nun müsse Wanka die Mittel aufstocken, wenn sie es ernst meine mit verlässlichen Karrieren in der Wissenschaft. In Essen macht man sich wenig Hoffnung, dass das Geld bald kommt. Die drei Professuren stehen auf den Warteplätzen 18, 21 und 22.

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