Herausforderungen in der Bildungspolitik Ausbau der Ganztagsschulen

Für berufstätige Eltern ist Deutschland bislang alles andere als ein Traumland. Tatsächlich sind die Zustände bei der Kinderbetreuung teilweise albtraumhaft: Es fehlt nicht nur an ausreichend Krippenplätzen - auch eine flächendeckende Ganztagesbetreuung an Schulen existiert noch nicht. Zwar ist die Zahl der Schulen mit ganztägigem Betreuungsangebot nach Auflegung des vier Milliarden schweren Investitionsprogramms "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) gestiegen - im Zeitraum von 2002 bis 2010 konnte in etwa eine Verdreifachung erreicht werden. Doch noch immer bietet nur jede zweite Schule Ganztagesangebote, die sich auch noch qualitativ zum Teil deutlich unterscheiden.

Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung kam 2012 zu dem Ergebnis, dass vor allem sogenannte gebundene Ganztagsschulen geeignet sind, das soziale und kognitive Lernen von Kindern zu fördern. Doch nur etwa 13 Prozent der Schüler haben Zugang zu solchen Schulen, an denen der ganztägige Unterricht verpflichtend ist. Hier ist die Bundesbildungspolitik gefragt, den Ausbau von Ganztagsschulen gezielt weiter zu fördern - auch im Hinblick auch auf eine qualitative Verbesserung.