Herausforderungen in der Bildungspolitik Finanzierung des Studiums
Anzeige
- Bafög
Auf den ersten Blick scheint bei der Ausbildungsförderung alles in bester Ordnung zu sein. Laut des jüngsten Bafög-Berichts lagen die Ausgaben mit zuletzt jährlich 2,9 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Im Durchschnitt bekommen Studenten, wenn sie einen Bafög-Anspruch haben, 436 Euro monatlich vom Staat. Der Höchstsatz liegt bei 670 Euro. Allerdings: Die steigenden Summen resultieren zu großen Teilen daraus, dass die Zahl der Studenten stark steigt.
Die Finanzierung der Studenten müsse mit dem Ausbau der Studienplätze Schritt halten, fordern Kritiker. Das Deutsche Studentenwerk beispielsweise verlangt immer wieder Anhebungen der Sätze und der Freibeträge. Damit muss sich nun auch die neue Ministerin Johanna Wanka auseinandersetzen. Ihre Vorgängerin wagte in Interviews mehrmals einen Vorstoß für höhere Sätze - da die Länder 35 Prozent der Bafög-Ausgaben tragen, kamen jedoch stets postwendend Bedenken. Schon beim letzten Bafög-Plus 2010, das Schavan nach den Studentenprotesten versprochen hatte, musste sie sich einem peinlichen Poker im Bundesrat aussetzen.
- Deutschland-Stipendium
Studieren mit Stipendium Ich studiere, du zahlst
Anzeige
Laut des schwarz-gelben Koalitionsvertrags soll bundesweit zusätzlich zum Bafög eine "Stipendienkultur" für die klügsten Köpfe wachsen, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Annette Schavan hatte das Projekt Deutschland-Stipendium stets verteidigt - Johanna Wanka erbt hier nun aber eine Baustelle, denn das Programm will bisher nicht so recht laufen.
300 Euro im Monat erhalten die besten Studenten. Die eine Hälfte zahlt der Bund, die andere kommt aus der Wirtschaft oder von Mäzenen. Die Unis müssen den externen Anteil für jedes Stipendium einwerben, sonst fließt kein Geld aus Berlin. Das gestaltet sich schwierig. Drei Viertel der Hochschulen beteiligen sich mittlerweile an dem Programm, aber nur ein Viertel schöpft ihr Kontingent voll aus. Mehrmals blieben die im Bundeshaushalt bereitgestellten Mittel schon ungenutzt.
Eventuell ließe sich das Projekt in Schwung bringen, in dem mehr Geld für die Hochschulen fließt, damit sie Fachkräfte zum Anwerben von Geldgebern anstellen oder ausbilden. Auf alle Fälle aber muss sich die neue Ministerin Verteidigungsstrategien zurecht legen - denn die Opposition und auch viele Studentenvertreter fordern ein Ende des Elite-Programms. Stattdessen solle das Geld über das Bafög für diejenigen ausgegeben werden, die tatsächlich bedürftig sind.