Fristen und Unterlagen Was brauche ich für die Bewerbung für ein Stipendium?

Zeugnisse, Motivationsschreiben oder einfach nur ein Einkommensnachweis: Was Stipendiengeber von Bewerbern erwarten, ist ganz unterschiedlich. Egal, welche Anforderungen gestellt werden - wer die entscheidenden Stichtage verpasst, hat sich jegliche Mühe umsonst gemacht.

Von Sabrina Ebitsch

Das richtige Studienfach ist gewählt, eine WG gefunden und der Umzug geplant. Eigentlich könnte das Studium beginnen - wenn da nicht die lästigen Geldsorgen wären. Wer im Studium auf eine kleine Finanzspritze angewiesen ist, sollte sich für ein Stipendium bewerben. Fördermöglichkeiten gibt es zahlreiche - nur die Bewerbung muss stimmen, um auch tatsächlich an das Geld zu kommen.

Was in eine Bewerbungsmappe gehört, entscheidet die Geld gebende Stiftung - und die Erwartungen sind äußerst unterschiedlich. Die Begabtenförderwerke sowie die meisten privaten oder unternehmensnahen Stiftungen, die besonders qualifizierte Studenten fördern, erwarten in der Regel ein Motivationsschreiben, einen ausformulierten oder tabellarischen Lebenslauf, Gutachten eines Lehrers oder Hochschullehrers, Leistungsnachweise wie Zeugnisse oder eine Übersicht über die bisherigen Studienleistungen sowie die Bewerbungsformulare, die man mittlerweile meist online ausfüllen oder herunterladen kann.

Um all das sorgfältig zusammenzustellen, braucht es nicht ein paar Tage, sondern mehrere Wochen - neben dem Uni-Alltag vielleicht auch einige Monate, zumal auch der Gutachter Zeit für sein Schreiben benötigt. Dagegen kann es bei kleineren Stiftungen, die vor allem bedürftige Schüler oder Studenten unterstützen, mit einem Anschreiben und einem Einkommensnachweis getan sein.

Achten müssen Interessierte in erster Linie auf die Fristen der Stiftungen: Wann diese Bewerbungen annehmen oder bearbeiten, kann sehr unterschiedlich sein. Ist der Einsendeschluss verpasst, muss man teils bis zu einem Jahr warten, bis man erneut eine Chance bekommt. Beim Cusanuswerk beispielsweise, der Begabtenförderung der katholischen Kirche, gibt es unterschiedliche Fristen je nach Studienfortschritt und Hochschule; bei der Heinrich-Böll-Stiftung sind die Stichtage 1. März und 1. September, bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft endet die Frist für ein Studienstipendium Mitte Mai, für ein Promotionsstipendium Anfang September.

Je früher, desto niedriger die Erwartungen

Grundsätzlich gilt, dass man sich mit Blick auf den gesamten Studienverlauf so früh wie möglich darum kümmern sollte. So hat der Stipendiat länger etwas von der Förderung und auch die Stiftungen schätzen es, wenn sie ihn in seiner Entwicklung begleiten und er häufiger an Bildungsangeboten teilnehmen kann. Außerdem sind die Erwartungen geringer, je jünger die Bewerber sind.

Wer sich nicht bereits als Schüler beworben hat, sollte sich in den ersten Semestern an die Stipendien-Bewerbung machen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung beispielsweise empfiehlt, Anträge bis Ende des dritten Semesters einzureichen, bei Diplom-, Magister- oder Staatsexamensstudiengängen bis Ende des sechsten Semesters und im Master im Laufe des ersten Semesters. Wer bereits kurz vor dem Abschluss steht, kann sich aber um Förderung seiner Abschlussarbeit durch ein Kurzzeitstipendium, das einige Stiftungen vergeben, bemühen.