Duale Studiengänge Zwei Abschlüsse auf einen Schlag

Nahezu Jobgarantie - dafür weniger akademische Freiheit: Duale Studiengänge sind bei Studenten immer beliebter. Auch die Unternehmen profitieren von der gekoppelten Ausbildung.

Lehre und Studium in einem - solche Kombimodelle sind im Trend. Es gibt immer mehr duale Studiengänge, die das Lernen an der Hochschule und im Betrieb verbinden. Derzeit schießen solche Angebote wie Pilze aus dem Boden: Im April 2010 gab es 776 duale Studiengänge, 12,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Und die Zahl der Studenten ist im selben Zeitraum um mehr als 6 Prozent auf 50 764 gestiegen, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn ermittelt hat.

Theorie und Praxis wechseln sich in dualen Studiengängen ab - das kommt bei Unternehmen gut an.

(Foto: dpa)

Die meisten Studiengänge behandeln die Themen Wirtschaft und Technik. Dabei sind vier verschiedene Typen zu unterscheiden. Einer davon ist ein duales Studium, in dem gleich zwei Abschlüsse erworben werden, erklärt Jochen Goeser vom BIBB. Zum einen erhalten Absolventen einen Berufsabschluss, indem sie etwa eine Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer ablegen. Zum anderen bekommen sie einen Studienabschluss - in der Regel einen Bachelor.

Dieses duale Modell empfiehlt das BIBB vor allem Jugendlichen. "Hier besteht in der Regel bereits ein Kooperationsvertrag zwischen Ausbildungsbetrieb und Hochschule oder Berufsakademie", erklärt Goeser. In diesem Fall wählt der Betrieb die Bewerber aus. Schulabgänger müssen sich bei ihm also wie andere angehende Lehrlinge um einem Ausbildungsplatz bemühen.

Daneben gibt es das duale Studium mit einem Plus an Praxis. Im Vergleich zu einem normalen Studium umfasst es Lerneinheiten im Betrieb, allerdings keine ganze Berufsausbildung. Konkret sieht das etwa bei der Dualen Hochschule in Baden-Württemberg (DHBW) so aus: Die Studenten sind drei Monate an der Hochschule und anschließend drei Monate im Betrieb. "Die Studenten lernen erst die Theorie und wenden diese dann im Unternehmen an", erklärt DHBW-Sprecher Benjamin Godde in Stuttgart. Tauchen in der Praxis Fragen auf, können Studenten sie direkt in der anschließenden Studienphase klären.

Die dritte Variante ist das berufsintegrierende duale Studium, eine Kombination aus Erwerbstätigkeit - meist halbtags - und Studium. Viertes Modell ist das berufsbegleitende Studium. "Dabei laufen Berufstätigkeit und Studium unabhängig voneinander parallel, vergleichbar mit Fernstudiengängen", erklärt Goeser.