Deutsch-Test für Zuwanderer Wer bleiben will, muss Deutsch können

Ausländer müssen ihre Sprachkenntnisse in einem Test nachweisen. Was dabei von Bleibewilligen erwartet wird.

Von Matthias Kohlmaier

Die Sprache ist, neben vielen anderen, eine der großen Hürden für die vielen Flüchtlinge, die täglich in Deutschland ankommen und sich hierzulande ein Leben aufbauen wollen. Ein unbefristetes Bleiberecht - im Amtsdeutsch: Niederlassungserlaubnis - ist an diverse Bedingungen geknüpft, eine davon ist ein erfolgreich abgeschlossener Integrationskurs.

"Einem Ausländer ist die Niederlassungserlaubnis zu erteilen, wenn er über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt", heißt es in Paragraf 9 des Aufenthaltsgesetzes. Um solche Kenntnisse abzuprüfen, gibt es am Ende des Integrationkurses seit Juli 2009 den sogenannten "Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ)". Er wurde vom Goethe-Institut und der telc GmbH, einer Organisation, die Sprachprüfungen und Weiterbildungsseminare anbietet, im Auftrag des Bundesinnenministeriums entwickelt.

Was Ausländer sprachlich können sollen

Ob ein Bewerber ausreichend Deutsch sprechen, schreiben und verstehen kann, wird anhand des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) gemessen. Sechs verschiedene Sprachniveaus werden unterschieden, von A1 (Anfänger) bis C2 (Annähernd muttersprachliche Kenntnisse). Der DTZ ist ein sogenannter skalierter Test: Es geht nicht nur um Bestehen oder Nichtbestehen, sondern auch darum, wie gut der Prüfling die Sprache beherrscht. Schafft er GER-Niveau B1, ist der Test erfolgreich bestanden. Reicht es nur zu A2, kann der staatlich geförderte Integrationskurs verlängert werden.

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"Die Prüfungsteilnehmer sollen sich in einfacher und zusammenhängender Sprache über vertraute Themen wie Arbeit, Schule, Freizeit usw. äußern können", sagt Michaela Perlmann-Balme, einst Projektleiterin bei der Entwicklung des DTZ im Goethe-Institut. Folglich werden im Test Hör- und Leseverstehen, Schreib- und Sprechfertigkeit getestet - immer anhand von Themen, die den Prüflingen auch im realen Leben begegnen könnten. Einige Beispiele:

Hörverstehen

Es wird eine kurze Lautsprecherdurchsage an einem Bahnhof eingespielt. "Liebe Fahrgäste, der ICE 888 von München nach Göttingen hat heute zehn Minuten Verspätung. Der Zug hält nicht auf Gleis 4, sondern auf Gleis 5. Achtung: Der ICE 888 nach Göttingen über Würzburg, Fulda, Kassel/Wilhelmshöhe fährt heute nicht auf Gleis 4. Bitte zurückbleiben, der einfahrende Zug hält nicht."

Prüflinge sollen nach Anhören der kurzen Sequenz eine Frage im Multiple-Choice-Format beantworten. Sie lautet: Wo hält der ICE nach Göttingen? A: Auf Gleis 4; B: Auf Gleis 5; C: Auf Gleis 10.