Berlin Dieb klaut Lehrerin Tasche mit Abi-Klausuren

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Unter spanischer Sonne wollte eine Lehrerin aus Berlin einen Stapel Abi-Klausuren korrigieren. Doch an einem Busbahnhof wurde der Pädagogin die Tasche gestohlen - mit bösen Folgen für 28 Schüler.

Den Albtraum aller Abiturienten erleben gerade Schüler aus Berlin. Sie müssen eine Klausur wiederholen - und alles nur wegen eines Langfingers, der mit seiner Beute vermutlich gar nichts anfangen kann. Doch von vorne.

Eine Lehrerin hatte die Arbeiten - neun Englisch-Abiturprüfungen sowie 19 Deutsch-Prüfungen - Ende April mit auf eine Bildungsreise genommen, um sie unter spanischer Sonne zu korrigieren. An einem Busbahnhof in Santander, Nordspanien, wurde der Pädagogin die Tasche mit den Prüfungen jedoch gestohlen.

Der Vorfall mag für die Lehrerin ärgerlich und wohl auch peinlich sein. Weit schlimmer trifft es aber 28 Schüler der Wilma-Rudolph-Oberschule in Steglitz-Zehlendorf: Sie müssen nun Mitte Mai in dem jeweiligen Fach noch einmal antreten. Das sagte Beate Stoffers, Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung. Sie bestätigte damit einen Bericht der B.Z.

Wenn unachtsame Lehrer Schülern zum Verhängnis werden

Die Schule bedauere den Vorfall. "Wenn man Arbeiten mitnimmt, muss man die notwendige Sorgfalt walten lassen", sagte Stoffers. Klausuren seien dienstliche Unterlagen und deshalb sicher aufzubewahren. Ein generelles Verbot, Arbeiten ins Ausland mitzunehmen, gebe es aber nicht. Ob der Vorfall für die Lehrerin Konsequenzen hat, darüber konnte die Sprecherin keine Auskunft geben.

Nicht zum ersten Mal müssen Schüler wegen eines unachtsamen Lehrers ihre Prüfung wiederholen. 2011 verlor ein Lehrer im österreichischen St. Pölten Mathe-Abiturklausuren. Er hatte die Papiere hinten auf seinem Moped verstaut. Als der Deckel des Gepäckkoffers aufsprang, wurden die Papiere in alle Richtungen verstreut. Zwölf Schüler mussten noch einmal zur Prüfung antreten.