Zugspitze Gipfelkreuz wieder aufgestellt

Immer wieder hat sich der Aufbau des neues Gipfelkreuzes auf der Zugspitze verzögert. Jetzt glänzt es wieder an seinem alten Platz.

Mit fünftägiger Verspätung glänzt das Zugspitz-Gipfelkreuz wieder an seinem angestammten Platz in 2962 Metern Höhe. Ein Hubschrauber setzte das 300 Kilogramm schwere und fast fünf Meter hohe christliche Symbol - zugleich Deutschlands höchstgelegener Punkt - bei Sonnenschein zentimetergenau über einer Bodenplatte auf dem Gipfel ab. Dort schraubten es Mitarbeiter einer Spezialfirma fest.

Zugspitze: Das Gipfelkreuz glänzt wieder an seinem alten Platz in fast 3000 Meter Höhe.

(Foto: Foto: dpa)

Die extremen Witterungsbedingungen auf Deutschlands höchstem Berg hatten dem Metallkreuz arg zugesetzt, so dass es gründlich restauriert werden musste. In mehrwöchiger Arbeit erhielt das Kreuz eine neue Blattgoldauflage.

Eigentlich sollte das Kreuz bereits am vergangenen Freitag aufgestellt werden. Heftige Sturmböen machten dies jedoch unmöglich. Wenigstens erhielt es aber den kirchlichen Segen von Kardinal Friedrich Wetter und der evangelischen Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler schon beim ersten Versuch.

Mit einem "herzlichen Dankeschön an die Sonne" quittierte Zugspitzbahn-Sprecherin Eva-Maria Greimel das Gelingen des Aufstellens im zweiten Anlauf. Am Morgen war der Gipfel noch in dichten Nebel gehüllt gewesen. Gerhard Eiblmeier hatte das stark verwitterte Gipfelkreuz seit Ende Januar in seiner Werkstatt in Lenggries nahe Bad Tölz restauriert.

Bei Sturm und eisigen Temperaturen war die Goldauflage verblasst. Eiblmeier benötigte für die Restaurierung fast 150 Gramm Blattgold. Die Zugspitzbahn ließ sich das "Aufhübschen" des berühmten Kreuzes eine fünfstellige Summe kosten.

Das jetzige Gipfelkreuz hat einen wesentlich älteren Vorläufer. Er wurde 1851 auf der Westspitze der Zugspitze verankert. 31 Jahre später kam das vergoldete Eisen-Zylinder-Kreuz nach einer Rundumerneuerung auf den Ostgipfel. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es im Frühjahr 1945 durch Freudenschüsse US-amerikanischer Soldaten stark ramponiert. Doch erst 1993 waren seine Tage endgültig gezählt. Am 16. Oktober desselben Jahres wurde das 4,88 Meter hohe Nachfolgemodell aufgestellt.

Hubschrauber fliegt Maibaum auf den Berg

Den Einsatz des Hubschraubers nutzte die Zugspitzbahn dazu, auch den neuen Maibaum aufs Zugspitzplatt zu fliegen. Das dann weiß-blau gestrichene, 18,80 Meter hohe und 750 Kilogramm schwere "Brauchtumsstangerl" soll am 1. Mai in exakt 2600 Meter Höhe feierlich aufgestellt werden. Damit kann die Zugspitze gleich zwei Rekorde für sich beanspruchen: Deutschlands "höchstes" Kreuz und den höchst gelegenen Maibaum der Nation zu besitzen.