Europaminister Markus Söder tut so, als leite er ein bedeutendes Ressort, dabei schielt er längst nach höheren Weihen.
Am Anfang war der Schock. Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten - dieses Amt hatte ihm Günther Beckstein zugedacht. Dabei wollte Markus Söder doch ein Minister mit einem wichtigen Ressort werden, Wirtschaft zum Beispiel oder Umwelt. Stattdessen wurde er Untermieter in der Staatskanzlei - mit Zuständigkeiten für vieles, aber für nichts richtig.
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Solange Markus Söder ein Thema hat und Aufmerksamkeit bekommt, ist es egal, wie unwichtig es ist. (© Foto: dpa)
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Begeistert war Söder davon nicht, wirklich nicht, an jenem Sonntag im Oktober 2007. Doch seine Schockstarre dauerte nur ein paar Stunden, und schon hatte Söder seine persönliche Amtsdefinition gefunden: Nun sei er ja praktisch der bayerische Außenminister, verkündete er. Seine Niederlage hatte er in einen Sieg umgedeutet.
Wenig illustriert Söders politisches Wesen besser als die ersten Wochen im neuen Amt. Seine Fähigkeit, aus jeder (auch ungeliebten) Situation das Beste zu machen. Sich zu wandeln und sich sofort einer neuen Aufgabe entsprechend zu verhalten. Sich ins Gespräch zu bringen. Sich als eine Marke aufzubauen - "bayerischer Außenminister" ist so eine zum Beispiel, wer weiß schon, dass das laut Verfassung eigentlich der Ministerpräsident selbst ist. Für das Land ist Söders Ressort vermutlich das unbedeutendste, das der Regierungschef zu vergeben hat. Für seinen Amtsinhaber könnte es sich als Glücksfall erweisen.
Weil der Marketingprofi Söder seinem Glück auch nachhilft: Im Dezember zum Beispiel gab er eine Pressekonferenz zur Arge Alp. Das ist ein nahezu bedeutungsloses Zehn-Länder-Gremium zum Schutz der Alpen, dessen Vorsitz Söder für ein halbes Jahr übernahm. Das öffentliche Interesse an Söders Auftritt war gering, und als Journalisten ihm zur Begründung sagten, sie hätten nun wirklich interessantere Dinge zu schreiben gehabt, erwiderte Söder ganz ernst, die Arge Alp sei aber wirklich ein wichtiges Thema. Monate zuvor hätte Söder über so eine Äußerung wahrscheinlich noch mitleidig gelächelt.
Retter des Bocksbeutels
Ähnlich seinem Mentor Edmund Stoiber zeichnet Söder aus, dass er sich nicht beklagt, sondern in die vor ihm liegende Aufgabe mit Eifer stürzt. Söder sei fleißig, habe sich in die Themen eingearbeitet, heißt es allerorten anerkennend. Nur vereinzelt war von seinen Beamten die Klage zu hören, im Zweifel sei Söder die Teilnahme an einer CSU-Fraktionssitzung lieber als eine wichtige Runde in Brüssel. Die Kontakte in München sind wichtiger, denn niemand zweifelt daran, dass Söder sein Amt nur als kurzfristige Durchgangsstation zu Höherem wertet.
Politisch hat der Europaminister nicht viel zu melden. Aus elf Monaten Amtszeit bleiben in Erinnerung: Söders Kampf für Deutsch als Arbeitssprache der EU, die "Rettung des Bocksbeutels" vor der EU-Bürokratie, das Aufstellen eines Maibaums vor der Bayerischen Vertretung in Brüssel, zelebriert als Staatsevent. Das wohl ernsteste und wichtigste Anliegen, das Söder verfolgt, illustriert zugleich sein strategisches Geschick wie seine Einflusslosigkeit. In der EU, so kündigte er im Mai an, wolle er Öffnungsklauseln durchsetzen, dass einzelne Länder den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verbieten dürften. Seither gilt er als Vorreiter, der die CSU auf einen gentechnik-skeptischen Kurs gebracht hat.
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Wirbel um Obama-Biographie
Die neueste Antwort
viel Ähnlichkeit mit Münchens OB Christian Ude. Auch der gackert bevor das Ei gelegt ist.
Vielen Dank für den Hinweis! Wir werden den Fehler umgehend korrigieren.
Beste Grüße,
Ihr Moderator
und warum bekommt der Söder das ?
Bittte um Aufklärung.
Bloed..........