Würzburg Kopftuch-Streit: Professorin entschuldigt sich bei Muslima

  • Eine Professorin in Würzburg forderte eine muslimische Studentin auf, ihr Kopftuch während der Vorlesung abzunehmen. Religion gehöre nicht in den säkularen Raum einer Universität, so ihr Argument.
  • Die Studentin hat die Entschuldigung angenommen.

Nach der Aufregung um eine Vorlesung der Würzburger Politik-Professorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet, die eine muslimische Studentin aufgefordert hatte, ihr Kopftuch abzunehmen, haben sich die Parteien versöhnt. Wie die Mainpost am Montag berichtete, hat die Professorin in einer E-Mail an die Studentin und die Fachschaftinitiative um Entschuldigung gebeten.

Demnach bedauerte die Dozentin, persönlich geworden zu sein und kündigte an, das Schreiben in der nächsten Vorlesung öffentlich vorzutragen. Sie sprach aber auch von Missverständnissen. Die Studentin soll die Entschuldigung angenommen haben. Die Professorin, Leiterin des Lehrstuhls für Europaforschung, hatte zu Beginn einer Vorlesung alle Studierenden aufgefordert, ihre Kopfbedeckung abzulegen und dabei das Kopftuch nicht ausgenommen. Daraufhin hatten sich einige Studierende mit der jungen Muslima solidarisiert und aus Protest den Hörsaal verlassen.

Müller-Brandeck-Bocquet hatte argumentiert, dass Religion nicht in den säkularen Raum einer Universität gehöre. Sie betonte anschließend, dass sie lediglich ihre persönliche Meinung geäußert habe und dass sie die Studierende nicht gezwungen habe, das Kopftuch abzunehmen oder die Vorlesung zu verlassen.

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