Windkraft in Unterfranken Einnahmeausfälle von bis zu 1,2 Millionen Euro

Wenn in Zukunft auf der Fläche des Windparks ein Brutplatz gefunden wird, müssen alle Anlagen in einem Umkreis von 1000 Metern während der Brutzeit und bis die Vögel 54 Tage alt sind, von Sonnenaufgang bis -untergang abgeschaltet werden.

Nach einem Szenario der Genossenschaft könnte das bis zu acht Anlagen betreffen und Einnahmeausfälle von bis zu 1,2 Millionen Euro jährlich bedeuten.

Außerdem soll die Genossenschaft ein akustisches Monitoring machen, um zu prüfen, ob sich Fledermäuse auf der rund 700 Hektar großen Fläche aufhalten. Vier der Anlagen wurden abgelehnt, weil sie auf der Flugstrecke des Milan liegen, einer weiteren Greifvogelart. Die Wirtschaftlichkeit bleibe bei der Prüfung durch das Landratsamt außen vor, sagt Endres.

"Uns war der Genossenschaftsgedanke wichtig"

Es gehe vor allem um die Auswirkungen der Anlagen auf Natur und Umwelt und die Menschen in der Nachbarschaft. "Diese Raubvögel sind so groß wie Falken und äußerst selten", sagt Enders. "Es gibt nur noch 400 Brutpaare und bei uns im Landkreis ein gutes Dutzend." Die Vogelart brüte an wechselnden Plätzen, deshalb seien diese Auflagen üblich. Die Auflage zum Schutz der Fledermäuse sei im bayerischen Windkrafterlass festgeschrieben und müsse überall eingehalten werden.

Ludwig Geis aus Oberstreu ist trotzdem enttäuscht. "Uns war der Genossenschaftsgedanke wichtig." Wie viel Geld er investiert hat, weiß er nicht mehr so genau, aber darum gehe es ihm gar nicht so sehr. Als Vater habe er seinen zwei Kindern eine Zukunft in der Heimat bieten wollen. "Wir hätten unsere Dörfer attraktiver gestalten können. Aber wenn das so weitergeht, dann sind meine Kinder irgendwann in München."