Windernergie Tennet will Kabel in die Erde legen

Stromtrassen könnten aber im Verfahren modifiziert werden

Der Netzbetreiber Tennet setzt bei den beiden Stromautobahnen nach Bayern ausschließlich auf Erdkabel. Das hat das Unternehmen jetzt der SZ bestätigt. "Unsere Planung basiert komplett auf Erdkabel", sagte eine Unternehmenssprecherin. "Wir werden sie demnächst veröffentlichen." Die SuedLink-Trasse und die Süd-Ost-Passage, über die einmal Unmengen Windstrom in den Freistaat fließen sollen, sollten erst als Freileitungen errichtet werden. Nach wütenden Protesten gegen die angebliche Zerstörung der Landschaft setzte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) im Sommer 2015 in der großen Koalition durch, das Erdkabel Vorrang haben sollen. Damit war aber nicht gemeint, dass die Stromautobahnen komplett unterirdisch errichtet werden sollten.

Auch die Entscheidung von Tennet, die Stromautobahnen zur Gänze als Erdkabel zu planen, heißt nicht, dass sie tatsächlich komplett unterirdisch verlegt werden. "Unsere Planung ist der erste Schritt", sagte die Sprecherin. "Sie kann und wird womöglich im Genehmigungsverfahren modifiziert." Das könne bedeuten, dass einzelne Abschnitte doch als Freileitung errichtet werden. Zugleich kündigte Tennet eine Informationskampagne an. Ab Ende September sollen die Pläne den Abgeordneten im Bundestag und im Landtag sowie den Kommunalpolitikern in den jeweiligen Regionen präsentiert werden. Parallel dazu werde man sie in der Bevölkerung bekannt machen. Der Bund Naturschutz und diverse Bürgerinitiativen kündigten Widerstand an. Sie kritisieren die Stromautobahnen als "Sackgasse" und fordern den Ausbau einer dezentralen Stromversorgung.