Seehofer hatte es bisher nicht für angemessen gehalten, auf das Schreiben des Nürnberger OB zu antworten. Ließ aber vor zwei Tagen ausrichten, das werde nun zügig erledigt.
Anzeige
Warum? Weil Seehofer sich inzwischen an die Spitze der Dürer-Heimholer gesetzt hat. Er werde sich dafür einsetzen, dass das Bild in Nürnberg zu sehen sei, hatte er am Mittwoch erklären lassen. Dafür werde er die nötigen Gespräche führen. Und zwar mit Herzog Franz, Chef der Wittelsbacher, denen das Bild gehört, wie so viele Kunstschätze. Der Termin für das Gespräch steht bereits.
Inzwischen aber hat Markus Söder längst verkündet, dass er seit langer Zeit an der Heimholung arbeite. Auch habe er dieser Tage lange mit Kunstminister Heubisch verhandelt - dieser "teilt jetzt meine Auffassung": Dürer muss nach Nürnberg. Söder hat das in diesen Tagen vielen Medien in Franken erzählt; und dabei - offenbar als Beleg für die Ernsthaftigkeit seines Anliegens - betont, er habe als Bub das Dürer-Gymnasium besucht.
Wolfgang Heubisch wiederum, der Kunstminister, kann sich an diese Überzeugungsgespräche mit Söder so nicht erinnern. Wer sich mit ihm unterhält, bekommt eine andere Geschichte zu hören: "Ich habe Gespräche schon vor sechs Monaten geführt", sagt er, "und in diesen betont, dass ich große Sympathie für eine Ausleihe des Dürer-Bildes habe." Söder hat ihn also gar nicht überzeugen müssen? Statt einer Antwort lacht Heubisch laut auf: "Ich führe keine solchen Gespräche, wenn ich keine Sympathie hätte."
Seehofer, der das einzig entscheidende Gespräch noch vor sich hat, mag am Donnerstag, als er zu Besuch ist im Landkreis Lichtenfels, eigentlich gar nichts mehr zu dem Thema sagen. Es sei schon zu viel geredet worden.
Nur so viel: "Ich bin sehr unglücklich, ich bin sogar sauer über die öffentliche Diskussion", sagt er. "Denn das muss mit den betroffenen Personen besprochen werden." Weil das nun mal Herzog Franz ist und nicht der Kunstminister oder der Finanzminister, lässt sich aus seinen Worten leicht erschließen, auf wen er sauer ist.
Ob es nun doch noch eine Chance gibt, das Dürer-Bild in dessen Heimat auszustellen, bleibt abzuwarten. Wenn nicht, wird wohl keiner zum Dürer-Heimholer gekürt. Aber wenigstens der Flyer müsste dann nicht neu gedruckt werden.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- Thema
- Albrecht Dürer RSS
(SZ vom 27.01.2012/tob)
Rekord in Deutschland
Die neueste Antwort
Das Bild "gehört" der Wittelsbacher Landesstiftung (ein juristisches Fachgutachten wäre allerings interessant, nachdem es seinerzeit durch den bay. "König" nicht vom Eigentümer "angekauft" wurde).
und nicht den Wittelsbachern. Man muss deshalb nicht unterwürfig beim bayerischen König nachfragen, ob er es ausleiht. Man muss sich im Stiftungsvorstand (in dem die Wittelsbacher ein Mitglied stellen) abstimmen.
Und ja, in einer Demokratie muss man solche Themen öffentlich ausdiskutieren. Jeder soll öffentlich Farbe bekennen. Auch die Wittelsbacher sollen mal erklären, wie sie es mit der von ihnen zusammengerafften Kunst halten.
........."ich bin sehr unglücklich über die öffentliche Diskussion", logisch, der Wahlkampf steht vor der Tür und er muss klar entscheiden, was Sache ist. Auch Franken sind Wähler und er braucht sie dringender denn je............
der bayerischen Staatsregierung unabhängig voreinander, ja sogar im Wettbewerb, darum bemühen, ein "Dürer-Bild" heimzuholen. Da hätte sich Dürer wohl gedacht "Für solche profilierungssüchtige Idioten habe ich das Bild bestimmt nicht gemalt".
sich Seehofer den Quelle-Katalog einrahmen lassen, mit dem er dem Firmenretter vorheuchelte und drunter schreiben "gut geheuchelt und selbst damit beweihräuchert, aber total versagt".
Die Flasche leer Horst Seehofer erinnert mich als Jäger des Titels "Dürer-Heimholer" auch daran, ins Gästebuch der Stadt Augsburg mit weit aufgeblasenen Backen geschrieben zu haben "Die Uniklinik kommt!!!" und danach hat er laut Franz Maget im Haushalt nicht einmal eine Leerstelle für deren Finanzierung gelassen. Seehofer will auch mit der Dürer-Heimholung den Mächtigen geben und sich damit beweihräuchern. Wird es aber ein bißchen schwerer oder geht es gar um die Realisierung des Versprochenen, dann lässt der Horsti gerne die Flügel hängen.
er beim Besuch der Dürer-Ausstellung seinem Idol nicht zu sehr nacheifert und über die Mikrofonkabel stolpert. Am Schluß muss er noch aus dem Rahmen eines Dürer-Bildes geschnitten werden.
Paging