Weiden Vorbestrafter OB Schröpf tritt zurück

Nach fünfmonatigem Hin-und-Her verabschiedet der Weidener Stadtrat den doppelt vorbestraften Oberbürgermeisters Hans Schröpf nun in den Ruhestand. Der 68-Jährige war wegen Betrugs, Untreue und Steuerhinterziehung zweimal verurteilt worden. Trotz seiner Vorstrafen wollte Schröpf zunächst bis 2008 im Amt bleiben.

Gegen die Stimmen der Fraktionen der SPD und Freien Wähler hat die CSU-Mehrheit im Weidener Stadtrat am Mittwochabend das Rücktrittsgesuch des wegen zweier Vorstrafen umstrittenen Oberbürgermeisters Hans Schröpf (CSU) angenommen.

Geht wegen einer doppelten Vorstrafe in den vorzeitigen Ruhestand: Der Weidener OB Hans Schröpf.

(Foto: Foto: ddp)

Ein medizinischer Gutachter hat dem 68-jährigen Politiker vor kurzem die dauerhafte Dienstunfähigkeit bescheinigt. Die Weidener sind am 15. Juli zur Neuwahl des Oberbürgermeisters aufgerufen.

Die Stadtrats-SPD stimmte dem vorzeitigen Amtsverzicht Schröpfs aus gesundheitlichen Gründen nicht zu, da der OB aus Einsicht in seine strafrechtlichen Verfehlungen zurücktreten solle. Schröpf sichert sich mit dem gesundheitlich bedingten Amtsverzicht eine stattliche Beamtenpension.

Mit knapp 31 Jahren im Amt zählt Schröpf zu den dienstältesten Oberbürgermeistern Deutschlands. Gegen ihn läuft nach den Verurteilungen wegen Betrugs, Untreue und Steuerhinterziehung noch ein Disziplinarverfahren.

Nach Abschluss der Ermittlungen muss das Regensburger Verwaltungsgericht entscheiden, ob eventuell Schröpf als Disziplinarstrafe die Pension gekürzt wird. Falls die Richter meinen, dass der 68-Jährige mit den bisherigen Urteilen ausreichend bestraft ist, können Sie auch auf eine weitere Sanktion verzichten.

Für die vorgezogenen Neuwahlen in Weiden hat die CSU den bisherigen Schröpf-Stellvertreter Höher nominiert. Gegenkandidat der SPD ist der Weidener Vorsitzende der Sozialdemokraten, Kurt Seggewiß. Die FDP schickt den Chefarzt Theodor Klotz ins Rennen.