Webseite im Dialekt Bairisch lernen mit dem FC Bayern

Sie haben nicht nur rote Trikots im Schrank: Die Spieler des FC Bayern in Tracht.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

"Mia san de Tschämpions": Der Münchner Fußballclub hat jetzt eine Homepage auf Bairisch. Des gfreid uns.

Von Hans Kratzer

Die Fußballer des FC Bayern München sind auf dem Spielfeld Zauberer, aber vor dem Mikrofon sind sie oft totale Langweiler. Auf kluge Reporterfragen ("wie fühlt sich das an?") reagieren sie mit dem üblichen Einschlafdeutsch ("wir wollen gewinnen"), was leider dazu führt, dass sogar der sprachlich nicht ausentwickelte Spieler Ailton differenziertere Antworten gab als die Bayern-Stars: "Musse kosentrier, zackbumm, Tore schieß ..."

Einer hebt sich freilich vom deprimierenden Gleichklang ab. David Alaba ist Österreicher und hat eine dunklere Hautfarbe als seine Mitspieler. Einmal war ein Fototermin, für den die Bayernstars in eine Lederhose hüpfen mussten. Auf die Frage, warum er sich eine beige und keine braune Lederhose zugelegt habe, antwortete Alaba in perfektem Wienerisch: "I bin a Schwoaza. In ana braunen Hosn siecht mi kana." Sein Sprachstil ist so ansteckend, dass sogar der französische Vereinskamerad Ribéry Alabas Dialekt imitiert, auch wenn er ihm "schwör über die Lippön" geht. Laut Alaba sagt Ribéry zu ihm: "Bist du deppert!"

Luft nach oben für das Rhetorikteam

Alabas Mischung aus Schmäh und Dialekt hat selbst die Marketing-Abteilung des FC Bayern inspiriert. Seit einiger Zeit betreibt der Verein auf seiner Homepage eine Seite auf Bairisch. Sie muss nicht einmal geschönt werden wie damals nach dem WM-Finale in Rio die Antwort des Spielers Thomas Müller auf die Frage einer kolumbianischen Reporterin: "Des interessiert mi ois ned, der Scheißdreck!", sagte Müller, und Freund Schweinsteiger übersetzte kulant, Müller habe gesagt, sie sehe gut aus.

Bairisch lernen mit dem FC Bayern. Das heißt heute zum Beispiel: "Schwoabt's es owe!" (nach der Schlappe der Deutschen in Irland). Nach dem 5:1-Sieg der Bayern gegen Dortmund erfuhr man, dass Müller die Gegner ausgespielt hat "wia a Breznstangerl". Weil der Verein das Verlieren verlernt hat, überwiegt der "Mia-san-mia"-Stil: "da Kas is bissn, das Sackl is zuagmacht, mia hamm an großn Belle auf, scho wieder hods gschnacklt, mia san de Tschämpions." Nur an den legendären Stürmer George Best kommt das Rhetorikteam des FC Bayern noch nicht heran. Über ihn sagten die Nordiren: "Maradona good, Pele better, George Best."

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