Wallersdorf Unbekannte wollen Asylbewerberheim anzünden

Erneut hat es in Bayern einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft gegeben: Eine Flasche mit Brandbeschleuniger wurde gegen eine Fassade geworfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Bewohner blieben unverletzt

Unbekannte haben auf eine Asylbewerberunterkunft in Niederbayern einen Anschlag verübt. Dabei sei eine Flasche mit Brandbeschleuniger gegen die Fassade des Hauses in Wallersdorf im Landkreis Dingolfing-Landau geworfen worden, teilte die Staatsanwaltschaft Landshut erst am Mittwoch mit.

Es sei jedoch nicht zu einem Brand gekommen, lediglich an der Fassade des Hauses seien Rußspuren entstanden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Brandstiftung. Die Bewohner des Hauses blieben bei dem Anschlag vom vergangenen Donnerstag unverletzt.

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Aida sieht Neonazi-Hintergrund

Die Kriminalpolizei Landshut hofft, die Tat mit einer Ermittlungsgruppe aufzuklären. Diese ermittle in alle Richtungen, ein fremdenfeindlicher Hintergrund werde nicht ausgeschlossen, sagte eine Behördensprecherin.

Die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle Aida schreibt auf ihrer Internetseite, dass Neonazis zuvor das Anschlagsziel auf einer Google-Karte markiert und mit Straßennamen versehen hätte. Die Karte sei im Netz verlinkt worden.

Die Polizei bittet indes um Hinweise. Wer am Donnerstag, 7. Mai, gegen zwei Uhr nachts etwas am Tatort in der Osenstraße beobachtet hat, soll sich bei der Kriminalpolizei Landshut unter Telefon 0871/9252-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden.