Kandidaten: Wahl des evangelischen Landesbischofs Der Missionar
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Helmut Völkel: Der Missionar
Vor kurzem hat Helmut Völkel in München bei einem Gottesdienst für Handwerker gepredigt, vor Bäckern, Lackierern und "Schlotfegern", wie der gebürtige Oberfranke Völkel die Kaminkehrer nennt. Er hat sich wohlgefühlt zwischen den Innungsfahnen, inmitten der Arbeiter. Automechaniker war der Vater. Er sei, sagt Völkel, "groß geworden mit dem Geruch von Benzin und Öl". Eine Kirche, in der "die immer gleichen Leute sich auf Empfängen selbst bestätigen", ist nicht die seine, so einer Kirche, sagt Völkel, fehle "das Missionarische".
Helmut Völkel, geboren 1952 in Marktredwitz in Oberfranken, hat sich hochgearbeitet. Nur ein Mitschüler aus seiner Klasse ist mit ihm aufs Gymnasium gewechselt. Der andere studierte katholische Theologie, er evangelische in Neuendettelsau, München und Erlangen. Völkel wurde Vikar in Röslau, das im Fichtelgebirge liegt, dann in Passau, dann Studentenpfarrer in München, was mit einer Pfarrstelle in der Gemeinde St. Matthäus gekoppelt war - jener Bischofskirche, wo nun die Wahl stattfinden wird. 1989 wechselte Völkel ins Landeskirchenamt, arbeitete neun Jahre als theologischer Referent in der Personalabteilung, der er seit 2009 vorsteht. Er ist Dienstvorgesetzter von 2500 Pfarrern und 670 Diakonen.
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Dazwischen war er Pfarrer von Landshut und, sieben Jahre lang, Regionalbischof im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg. Ein Routinier im Leiten also, einer, der als Integrationsfigur gilt. Nur eines wäre Helmut Völkel wohl nicht: Ein Bischof, der seine Kirche mit rhetorisch perfekten und intellektuell herausragenden Auftritten repräsentieren würde.
Die Konservativen in der Synode, der Arbeitskreis "Gemeinde unterwegs", hatten Helmut Völkel zur Kandidatur ermutigt, doch seine Unterstützer finden sich inzwischen auch in anderen Arbeitskreisen. Völkel ist einer, der vermitteln kann zwischen den Flügeln, der etwa Homosexuelle im Pfarrhaus "nicht euphorisch begrüßt", der aber auch, wie er sagt, "keine Ängste hat, dass daran die Einheit der Kirche zerbricht". Man müsse zu diesem Thema noch eine grundlegende theologische Debatte führen, sagt er. Als sein Hauptanliegen nennt Völkel "Glaubensvermittlung und Glaubenserfahrung", es müsse wieder gelingen, "die Herzen der Menschen mit der Botschaft zu erreichen". Ein Wunsch, den viele teilen. Nur wie soll das gelingen? Es brauche, sagt Helmut Völkel, mehr "biblisch gute und existentielle Predigten". Die Ausbildung der Theologen liege ihm deshalb am Herzen. Porträts: Monika Maier-Albang