Vorstoß gegen Gotteslästerung Bischof fordert Anti-Blasphemie-Gesetz

Gotteslästerung soll unter Strafe gestellt werden: Für diese Forderung erntet der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick scharfe Kritik. Satire kann man nicht verbieten, argumentieren die Grünen - und warnen vor einem Anti-Blasphemie-Gesetz.

Nach dem Willen des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick soll Gotteslästerung künftig unter Strafe gestellt werden. "Wer die Seele der Gläubigen mit Spott und Hohn verletzt, der muss in die Schranken gewiesen und gegebenenfalls auch bestraft werden", sagte Schick am Mittwoch in Bamberg.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick fordert eine Strafe für Gotteslästerung.

(Foto: dpa)

Konkret forderte Schick, nicht nur das Christentum, sondern alle Religionen durch ein "Gesetz gegen die Verspottung religiöser Werte und Gefühle" zu schützen. Spott und Satire über religiöse Einstellungen stellten eine Verletzung der Menschenwürde dar, argumentierte er. Bislang kann nach dem Strafgesetzbuch die "Beschimpfung von Bekenntnissen" nur dann unter Strafe gestellt werden, wenn eine Störung des öffentlichen Friedens droht.

Die Grünen reagierten mit scharfer Kritik. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestags-Grünen, Volker Beck, warnte vor einer härteren strafrechtlichen Verfolgung blasphemischer Äußerungen. "Bischof Schick fühlt sich offenbar motiviert, gegen demokratische Freiheitsrechte vorzugehen", sagte er der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. Satire und Ironie müsse einem nicht gefallen, verbieten könne man sie aber nicht, sagte der Grünen-Politiker weiter. "Gläubige brauchen keinen anderen strafrechtlichen Schutz vor Diffamierung, Beschimpfung und Hetze als andere soziale Gruppen."

Respekt vor anderen Religionen und Weltanschauungen müsse gesellschaftlich erstritten, er dürfe nicht strafrechtlich verordnet werden. Für Aufregung hatte jüngst ein Cover des Satiremagazins Titanic gesorgt, das Papst Benedikt XVI. mit einem großen gelben Fleck auf der Soutane zeigte. Schicks Forderung sei allerdings nicht konkret an den Streit um das Cover geknüpft, sondern schließe an eine bereits länger geführte Diskussion an, erklärte ein Sprecher des Bischofs auf Anfrage.