Wenn die CSU die Opposition als "nützliche Idioten" bezeichnet, beweist sie damit nur eins: Die Partei befindet sich auf einer Reise in Zeiten des Kalten Krieges. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Es gibt diese Filme, in denen jemand plötzlich in eine andere Zeit zurückversetzt ist. Von einem Augenblick zum anderen sind dann die Farben ausgebleicht, die Menschen fahren altmodische Autos und sie benutzen Begriffe, die heute keiner mehr versteht.
CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer. (© Foto: dpa)
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Zum Beispiel den Begriff "nützliche Idioten" oder "Steigbügelhalter für Kader-Geschwader". In diesen Zeitreise-Filmen streiten sich die Leute über Dinge, über die längst die Geschichte hinweg gegangen ist - etwa, ob die SPD oder die CSU die Wiedervereinigung mehr befördert hat.
Leider ist es kein Film, was die CSU gerade vorführt. Die Partei ist auf Zeitreise zurück in die Vergangenheit der 70er Jahre, als die Schlacht zwischen links und rechts noch tobte und die Losung "Freiheit statt Sozialismus" lautete.
Die CSU hat auf ihrer Suche nach einem Mobilisierungs-Mittel für ihre trägen Anhänger die Angst vor der Linken gefunden. Seitdem tut sie, als wenn die Mauer in Berlin noch stehen und der Russe hinterm Brandenburger Tor lauern würde. Selbst Willy Brandt wird nun von der CSU-Generalin Christine Haderthauer bezichtigt, er habe die Wiedervereinigung mit seiner Entspannungspolitik aufgegeben.
Das hat nichts mehr mit politischem Streit zu tun, das ist Geschichtsfälschung. Wenn einer für die Menschen in der DDR gestritten hat, dann war es Willy Brandt.
Wer meint, die CSU werde mit diesem Unsinn bald aufhören, irrt. Gerade für solche Sätze erhalten CSU-Politiker bei ihren Auftritten den größten Beifall. Sie beschwören ein "Mir san mir", das die Wähler mit der CSU zusammenschweißt, das aber nur durch einen imaginären Gegner wirkt.
Wenn es diesen Gegner nicht gibt, dann holt man ihn aus der Mottenkiste der Geschichte.
- Haderthauer über SPD und Linke "Nützliche Idioten" 22.08.2008
- Erwin Hubers Strategie Wahlkampf mit Angstparolen 21.08.2008
- Erwin Hubers Strategie CSU entdeckt die roten Socken wieder 20.08.2008
- Änderungen in der Schulpolitik Die Schüler haben die Wahl 28.04.2010
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(SZ vom 23.8.2008/bica)
Die neueste Antwort
Also tut hier mal wieder ein wenig Aufklärung not:
Die Stabilisierung der SED mithilfe eines Milliarden-DM-Kredits war eines der wirklich dringenden Anliegen des damaligen Ministerpräsidenten Franz Strauß (CSU), für das er in der CSU von den dortigen Rechtsaußen scharf angegriffen wurde - aber es war eine notwendige Handlung, die letztlich zu der Systemüberwindung 1989 führte, die Strauß leider nicht mehr miterleben durfte - sein wirtschaftspolitischer Sachverstand hätte uns eventuell die eine oder andere Aufbaumilliarde-Euro gespart.
Ehre, wem Ehre gebührt.
Seine angenommenen Nenn-Enkel bezeichnen jede Bayerin und jeden Bayern, der erklärtermaßen nicht CSU wählt - der Umkehrschluss ist angebracht - als unanständig, wenn jeder anständige Bayer CSU wählt. Da ich - nach bayerischer Verfassung - das bayerische Indigenat besitze, muss ich feststellen, dass ich - obwohl ich noch gar nicht weiß, was ich wähle - mich durch den Ministerpräsidenten Beckstein um das Recht auf meine geheime Wahl gebracht sehe.
Ich kann auf den Vorwurf unanständig zu sein, nur dadurch reagieren, dass ich meine verfassungsmäßig geschützte Wahlentscheidung öffentlich darstelle. Nur so kann ich wieder anständig sein?
Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass dieser Gipfel an Gesinnungsschnüffelei im wunderbaren Bayern nochmal bösartigerweise um die Ecke kommt - ausgerchnet aus der vom ehemals von den Nazis in Dachau eingesperrten Ochsensepp mitgegründeten CSU.
kann nicht ganz bei Trost sein.
Jeder anständige Bayer wählt CSU.
Die Erfolgsbilanz spricht für sich. Beste Entwicklung alles Bundesländer, niedrigste Arbeitslosigkeit, beste Bildung und Weichenstellung in Forschung und Technologie.
Trotzdem heulen die Linken hier rum, wie schlimm alles in Bayern ist und wie toll die bankrotte DDR war. weil sie die Super-Entwicklung von Bayern unter des CSU nicht wahrhaben wollen und - zusammen mit der SZ - jedes noch so kleine Häärchen in der Suppe suchen.
Keine Experimente! CSU!
Kreuzzug
Der Begriff hat schon was für sich im Zusammenhang mit Wahlen. Man braucht das Kreuz an der richtigen Stelle. Insofern redet Huber vom Ankreuz-Zug für seinen sichtlich verunsicherten Haufen. Dass er aber die Gefahr dort sieht, wo die Wunschumfragen mal eben 4 Prozent vermuten macht alles hoch interessant. Er weiß einfach mehr. Bei ihm muss durchgesickert sein, dass schon jetzt 5 Prozent und mehr wahrscheinlich sind. Wenn der Tag der Katastrophe nahe ist, werden die Akteure hektisch. SPD, FDP, Grüne und FW können einfahren was sie wollen (sie bringen es nicht). Wachstumspotential hat in Bayern offensichtlich nur eine Partei, die Linke. Der CSU-Buschfunk ist Stammtischgespeist. Herrscht dort schon der Weihrauch, weils Rauchen verboten ist, muss der Weltuntergang ganz Nahe sein.
Die offensichtliche "Unfähigkeit" der CSU mit dem Unmut in der Bevölkerung umzugehen, der bei real 14 % gesunkenem Einkommen entsteht, hilft der Linken.
Da ist die CSU selbst Schuld und zeigt, wie unfähig sie ist, dieses Thema positiv anzugehen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,574341,00.html
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Gehaltsstudie_
Lohnschere_klafft_weiter_auseinander/405581.html
Die Entwicklung der Gehälter seit 1995 spielt den Ball den Linken zu.
Das sind nun einmal die Fakten. Tatsächlich dürfte der Lohnschwund in den mittleren Einkommen noch höher ausfallen.
Blicke ich in die Oberpfalz und nach Oberfranken sowie in die Ballungszentren, erkenne ich, dass hier die Einkommen ganz massiv gesunken sind.
Die Leute sind fleißig, ehrlich und sparsam. Die Bürger können die Lügen und Predigten der Politiker einfach nicht mehr ertragen und wählen Protest. Wie gesagt, die CSU ist selbst schuld.
Zitat ragazzi68
"sitzen heute noch in entscheidenden Positionen der verharmlosend in die Linke umbenannte SED. So jemand darf niemals in Deutschland politsche Verantwortung bekommen"
Da haben Sie gar nicht so unrecht. Das sieht man an der ehemaligen FDJ-Sekratärin für Agitation und Propaganda, die jetzt zum Schaden Deutschlands Bundeskanzlerin geworden ist.
Paging