Die Debatte um den Transrapid geht in die entscheidene Rund. Während Bund und Freistaat jeweils die Aufstockung der Gelder fordern, sprechen die Grünen von einem "Fass ohne Boden".
Bei der Finanzierung des Münchner Transrapid-Projekt erwartet das Bundesverkehrsministeriums eine Aufstockung der bayerischen Anteile. Hier sei "nach wie vor Bayern am Zug", sagte eine Sprecherin des Bundesministeriums in Berlin. CSU-Landtagsfraktionschef Joachim Herrmann hingegen forderte den Bund auf, "noch einmal mehrere 100 Millionen" Euro draufzulegen.
Das computergenerierte Bild zeigt eine Studie des Transrapid auf einer S-Bahn Strecke vor dem Hintergrund des Münchner Flughafens. (© Foto: ddp)
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Von einem Spitzentreffen der großen Koalition am Montagabend in Berlin, an dem auch Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) teilnehmen sollte, wurde eine grundsätzliche Festlegung erwartet. Bislang fehlen noch mehrere hundert Millionen Euro für die mindestens 1,85 Milliarden Euro teure Magnetschwebebahn vom Münchner Flughafen zum Hauptbahnhof.
Stoiber sagte, er rechne damit, dass ein Weg gefunden werde, "die Finanzierung hinzubekommen". Niemand in Deutschland dürfe ein Interesse am Scheitern des Projekts haben: "Wenn wir den Transrapid in München nicht bauen, dann ist die Magnetschwebetechnik für Deutschland endgültig verloren. Und wird vielleicht morgen als chinesisches Produkt auf den Markt treten."
Die geplante Trasse sei keine regionale bayerische Angelegenheit. "Das ist ein Geschenk, das sich ganz Deutschland selbst macht", betonte Stoiber.
Bayerns Verkehrsminister Erwin Huber (CSU) rechnet mit einer Klärung der Finanzierungsprobleme bis Ende des Monats. Für ein abschließendes Treffen mit seinem Bundeskollegen Wolfgang Tiefensee (SPD) gibt es aber noch keinen Termin. Huber hat bereits mehrfach verlangt, dass der Bund die Hälfte der auf 1,85 Milliarden Euro veranschlagten Kosten übernimmt.
Bislang sieht die Kalkulation für das Magnetschwebebahnprojekt aber so aus: Der Freistaat Bayern stellt 300 Millionen Euro zur Verfügung, die Deutsche Bahn als Betreiberin 185 Millionen Euro und der Bund 550 Millionen Euro. Selbst falls der Bund seinen Anteil auf rund 900 Millionen Euro aufstocken würde, bliebe noch eine erhebliche Lücke.
Sie könnte durch eine Erhöhung des bayerischen Zahlungen sowie durch Gelder vom Flughafen München als einem der größten Nutznießer und angestrebte Fördermittel von der Europäischen Union geschlossen werden.
Bayerns FDP-Generalsekretär Martin Zeil fordert endlich eine positive Entscheidung: "Die quälend lange Diskussion um den Bau des Transrapids in München ist ein Armutszeugnis für den Standort Bayern und Deutschland. Sie muss endlich beendet werden."
Auch CSU-Fraktionschef Herrmann mahnte, es müsse jetzt schnell entschieden werden: "Es nützt ja nicht, das Jahr um Jahr immer weiter nur hin und her zu wälzen und zu diskutieren." Derzeit dauere die Fahrt vom Flughafen München in die Innenstadt eine Stunde. "Das ist auf Dauer einfach nicht sinnvoll." Die entscheidende Frage sei: "Will man diese Technologie oder will man sie nicht?"
Die bayerischen Landtags-Grünen antworten darauf mit einem klaren Nein. "Es ist höchste Zeit, endlich einen Schlussstrich zu ziehen", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher Martin Runge. Der Transrapid stürze die öffentlichen Haushalte in unüberschaubare Finanzabenteuer und sei verkehrspolitisch unsinnig.
Runge befürchtet, dass die Kosten für das Magnetbahnprojekt sogar auf drei Milliarden Euro steigen könnten. "Der Transrapid ist ein Fass ohne Boden."
Ein klares Nein zu einer Aufstockung des Bundeszuschusses gab es auch vom SPD-Vorsitzende Kurt Beck. Der Bund werde maximal die zugesagten 50 Prozent der Gesamtkosten übernehmen, sagte Beck in Berlin. Bislang fehlen noch mehrere hundert Millionen Euro für die mindestens 1,85 Milliarden Euro teure Magnetschwebebahn vom Münchner Flughafen zum Hauptbahnhof.
Beck betonte indes, jetzt sei Bayern am Zuge. Nur bei einer "stehenden Finanzierung" könne es eine Bundesbeteiligung in der bislang ausgemachten Höhe geben.
(ddp-bay)
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Die neueste Antwort
Nun, ich habe mich vielleicht unklar ausgedrückt.
Das Problem des Nahflugverkehrs ist kein technisches, sondern ein politisches Problem.
Und alleine deswegen kann auch kein Transrapid dafür Sorge tragen, überflüssige Flugverkehre abzubauen. Solange der Flugverkehr dermaßen subventioniert wird, besteht auch keine Hoffnung auf weniger Flugverkehr.
Ein vernünftiges ICE-Netz auszubauen, das auch schnellem Regionalverkehr zur Verfügung steht, das scheint mir vernünftig. Die weitaus meisten Reisen in Deutschland finden auf Kurz- und Mittelstrecken statt, auf denen das AUTO der Konkurrent ist.
Mit Höchstgeschwindigkeiten hingegen wird ein in absoluten Mengen betrachtet marginales Problem "gelöst". Ich bin für einen Ausbau des existierenden Schienennetzes, das fein verzweigt die ganze Republik überzieht. Dieses Potential schlummert ungenutzt und unverstanden.
Hier in Deutschland jedenfalls ergibt der Transrapid einfach keinen Sinn. Außer natürlich man will um jeden Preis eine weitere parallele Infrastruktur zu Straßen- und Schienennetz aufbauen - denn das Schienennetz wird man ja nicht durch den Transrapid ersetzen können, weil es ja auch eine regionale Funktion erfüllt.
Liebe Leser/innen,
es ist mir absolut unbegreiflich wie man hier versucht erneut ein GRAB für den Transrapid zu schaffen. Eine eigentlich vernünftige Technologie die durch ein absolut katastrophales Marketing und Projektmanagement der damaligen Betreibergesellschaft auf der (mehr als sinnvollen) Strecke Hamburg / Berlin v.v. zu Fall gebracht wurde, wird nun erneut zum Schafott geführt.
Wann legt man endlich dieser politischen Kaste das Handwerk Steuergelder für solch unsinnige Prestigeprojekte auszugeben. LEX Stoiber kann man ihm nicht ein anderes Denkmal setzen?
da hier anscheinend Keiner Bescheid weis über die Energieverschwendung des Transrapids:
es gibt einen Artikel, der aufklähren kann:
http://www.probahn-nrw.de/projekte_metrorapid_energie.htm
Über 5-Mal soviel Energieverbrauch im Vergleich zum IC!!!
Dazu noch der Aufwand, ein komplett neues Schienensystem zu bauen!
Wie krank muss man sein, um das zu ignorieren???
Dabei krankt unser aller Bahnsystem an der Unzuverlässigkeit und der schwachsinnigen Preisgestaltung (Frühbuchen jahrzente vorher, am Besten mit der UrUrUr-GrossOma als Begleitung, dann wirds richtig billig...).
Ich meine: mit über 2 Milliarden Euronen könnte man doch wenigstens ein bischen was machen, oder?
Nicht vergessen: die Bahn ist nur die Alternative zum Auto! (für die Meisten! Die anderen haben ja eh keine Wahl, aber das interessiert doch sowiso kein Schwein!).
Aber sie sollte zumindest eine Alternative sein!
@ Elitenverdruss. Dass Sie sich viel Mühe gegeben haben, mit vielen Worten zu erklären, dass auch Sie nicht wissen, wie es mit dem Nahflugverkehr weiter gehen soll, in allen Ehren. Und dass auch Sie einsehen, dass die ICE-Strecke München-Nürnberg endlos Geld verschlungen hat, ebenfalls in allen Ehren. Nur - damit sind wir keinen Schritt weiter. Sie behaupten, die Technologie Transrapid sei veraltet und überholt, nennen aber keine Technologie, die das Konzept Transrapid inzwischen ersetzen und den Nahflugverkehr überflüssig machen könnte.. Durch all´ diese Denkbremsen - und eine Denkbremse bieten auch Sie - ist aber inzwischen Japan die Gelegenheit gegeben worden, mit seiner Magnet-Bahn den deutschen Vorsprung aufzuholen. Und vielleicht hat man dort mehr Mut, um Maßnahmen zu ergreifen, den Nahflugverkehr eines Tages einzudämmen oder gar zu ersetzen. (Dass der japanische Shinkanzen eher exportfähig ist als der deutsche ICE, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht sollte man auch einmal darüber nachdenken, dass der ICE als Gesamtkonzept eine Fehlinvestition war und ist, weil von vornherein fehlerbehaftet!) Mir ist es am Ende Wurscht, ob ein von mir ungeliebter Ministerpräsident von Bayern sich ein Denkmal setzen will. Hauptsache, dass wenigstens ein kleines - vielleicht auch gänzlich unsinniges - Stückchen Transrapid im Alltag fährt. Die Welt - denke ich - wird sich die Türklinke in die Hand geben, um zu sehen, was es mit dem Transrapid auf sich hat. Und vielleicht besinnen sich auch die Großen in Europa und schmieden eines Tages ein Transrapid-Netz zwischen Paris - Berlin - Rom - Madrid - Warschau. Durch Denkbremsen ist jedenfalls noch nie etwas voran gegangen. Durch Eitelkeiten - die ich im Grunde verabschäue - schon eher!
Unsere Wirtschaft hat ein Interesse, dass irgendwo in Deutschland so eine Referenzstrecke gebaut wird. Die Befürworter vergessen dabei, dass die Technik mittlerweile 25 Jahre alt und längst überholt ist. Wie kann es angehen, dass selbst während der ära Kohl, wo fast jeder Unfug staatlich gefördert wurde, bis auf die Strecke im Emsland kein Meter Transrapidbahn gebaut wurde. Wenn nun Bayern seinem scheidenden Ministerpräsidenten ein letztes Denkmal errichten möchte, dann sollen sie bitte auch dafür zahlen, und zwar alleine und ohne beim Bund die Hände aufzuhalten. Beck kann jetzt einmal den Beweis führen, dass die SPD "NEIN" sagen und dies auch durchhalten kann. Bei der Gelegenheit können sie dann auch dieser Technik eine endgültige Absage erteilen. Die Gründe dafür kann Beck in den hier gemachten Kommentaren nachlesen.
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