Vier Jahre Haft für versuchten Mord Betrunkener fährt Schüler tot

Stark alkoholisiert fuhr er einen Schüler an und ließ ihn sterbend im Straßengraben zurück: Nun hat das Landgericht Passau einen Festwirt zu vier Jahren Haft verurteilt. Der 60-Jährige sei des versuchten Mordes durch Unterlassen schuldig.

Knapp ein Jahr nach dem Unfalltod eines 17-jährigen Schülers im niederbayerischen Rotthalmünster ist der Unfallfahrer zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Passau befand den heute 60-Jährigen unter anderem des versuchten Mordes und der fahrlässigen Tötung für schuldig. "Dem Angeklagten war das eigene Interesse wichtiger, nicht entdeckt zu werden", sagte die Vorsitzende Richterin am Freitag.

Der Mann aus dem Rottal hatte am 7. November 2011 auf dem Weg zur Arbeit rund 1,6 Promille Alkohol im Blut. Eine Stunde nach dem Unfall fuhr er die Strecke trotz geborstener Windschutzscheibe nochmals ab. Er fiel Zeugen auf, die die Polizei auf ihn hinwiesen. Die Beamten stellte den Unfallfahrer.

"Sein ganzes Verhalten nach dem Unfall zeigt sein schlechtes Gewissen, zeigt, dass er es für möglich gehalten hat, einen Menschen angefahren zu haben", sagte die Richterin. "Nötig wäre gewesen, sofort Hilfe zu holen. Das hat er aber nicht getan. Er nahm in Kauf, dass der Mensch stirbt." Das Gericht entzog ihm die Fahrerlaubnis und ordnete eine dreijährige Sperre für die Wiedererteilung an.

Der Angeklagte hatte vor Gericht zwar einen Unfall in Karpfham (Landkreis Passau) eingeräumt, will aber nicht mitbekommen haben, dass er mit seinem Wagen den 17-Jährigen erfasst hatte. Mitschüler fanden ihn in der Nähe der Schulbushaltestelle. Er konnte nicht mehr gerettet werden.

"Ich bereue es zu Tode", sagte der Festwirt. Die Verurteilung wegen versuchten Mordes sei aber "nicht nachvollziehbar." Die Verteidiger kündigten Revision an.