US-Finanzkrise Bayern-LB in Bedrängnis

Nach der Pleite des US-Instituts Lehman Brothers droht drei Landesbanken ein Milliardenverlust. Am härtesten dürfte es die BayernLB treffen.

Den drei Landesbanken BayernLB, LBBW und HSH Nordbank droht einem Medienbericht zufolge aus der Pleite des US-Instituts Lehman Brothers ein Verlust von insgesamt 1,4 Milliarden Euro. Wie das Nachrichtenmagazin Focus am Samstag vorab berichtet, sei dies in Krisengesprächen bekannt geworden, die Bundesbankpräsident Axel Weber in der vergangenen Woche mit mehreren Ministerpräsidenten führte. Besonders hart soll es nach Informationen aus Finanzkreisen die BayernLB treffen.

Bayern-LB, dpa

Kommt aus den negativen Schlagzeilen nicht heraus: die BayernLB

(Foto: Foto: dpa)

In Bankenkreisen wird dem Bericht zufolge zudem spekuliert, dass die Investmentbank Goldman Sachs sich aus ihrer beabsichtigten Partnerschaft mit der BayernLB zurückzieht.

Wie aus einem vierseitigen Protokoll deutlich werde, dränge Weber die Regierungschefs, sich einer Konsolidierung nicht entgegenzustellen. Laut Focus hat sich Sparkassenpräsident Heinrich Haasis mit seinen Verbandspräsidenten verständigt, bis Ende des Jahres ein Fusionsmodell rund um WestLB und Deka-Bank zu entwickeln. Im Süden sollten BayernLB und LBBW zusammengehen.

BayernLB-Vorstandschef Michael Kemmer hatte vor rund einer Woche in einem Brief an die Mitarbeiter bekannt gegeben, dass der Landesbank durch Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers Ausfälle in Höhe von 300 Millionen Euro drohen. Damit sind die Belastungen der halbstaatlichen Bank durch die internationale Finanzkrise auf 5,2 Milliarden Euro gestiegen.

FDP-Spitzenkandidat Martin Zeil forderte die Staatsregierung auf, die Spekulationen um noch höhere Verluste bei der Landesbank zu beenden und "das wahre Ausmaß der Bankenkatastrophe" offenzulegen. Wenn jetzt sogar Bundesbankpräsident Weber die Bayern LB zur Konsolidierung mahne, sollten auch die Aufsichtsratsmitglieder, Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), und CSU-Chef Erwin Huber "den Ernst der Lage begriffen haben".

(ddp/beu)