Unwetter in Niederbayern 600 Notrufe in drei Stunden

Orkanartige Sturmböen, heftige Niederschläge und Hagel: Ein Unwetter hat in Niederbayern Polizei und Feuerwehr in Atem gehalten. Im Landkreis Deggendorf knickten Bäume und Strommasten um, an einem Einfamilienhaus riss der Sturm den gesamten Dachstuhl weg.

Orkanartige Sturmböen und heftige Niederschläge haben in Niederbayern enorme Schäden angerichtet. Nach Angaben der Polizei gingen am Mittwochabend innerhalb von drei Stunden etwa 600 Notrufe ein. Ein Großteil der Einsätze betraf vollgelaufene Keller und Verkehrsbehinderungen wegen umgestürzter Bäume oder heruntergefallener Äste. Verletzt wurde niemand.

Nach ersten Schätzungen entstand ein Sachschaden in Höhe von 300.000 Euro. In Aholming im Landkreis Deggendorf knickten durch den Sturm mehrere Strommasten um. Haushalte in den umliegenden Gemeinden waren ohne Strom. Wenige Kilometer entfernt wurde in Sautorn das Dach einer Reithalle durch eine Windböe teilweise weggerissen. An einem Einfamilienhaus riss der Sturm den gesamten Dachstuhl weg. Zudem wurden mehrere Schuppen und Holzkonstruktionen beschädigt.

Auf der Autobahn A 92 bei Plattling warf eine starke Windböe einen Lkw um. Das Fahrzeug blockierte die rechte Fahrspur, wodurch es für mehrere Stunden in Richtung München zu Verkehrsbehinderungen kam.

Auch im Zugverkehr kam es durch das Unwetter zu Beeinträchtigungen. Durch umgestürzte Bäume wurde die Strecke zwischen Zwiesel und Grafenau komplett gesperrt. Am Donnerstagmorgen fuhr dort noch immer keine Bahn. Die Bahnstrecken zwischen Dingolfing und Landshut sowie zwischen Dingolfing und Landau waren zeitweise ebenfalls blockiert.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes brachte das kleine, über Bayern nordostwärts ziehende Tief heftigen Starkregen zwischen 30 und 50 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Es gab Hagel. Auch das Gebiet um Landshut sowie Straubing, Passau und der Bayerische Wald wurden von dem Unwetter getroffen. Viele Keller liefen voll. Noch am Abend zogen die Gewitter über den Bayerischen Wald nach Tschechien ab.

Schon in den vergangenen Wochen hatte es in Bayern mehrere heftige Gewitter mit Wolkenbrüchen gegeben. Zahlreiche Straßen, Unterführungen und Keller wurden überschwemmt. Auch in der Nacht zum Mittwoch war ein Unwetter über Teile Bayerns hinweggezogen.