Umweltschutz Bündnis für die Bienen

Die Biene hat es schwer. Mehr als die Hälfte der heimischen Wildbienen-Arten gilt als gefährdet.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

ÖDP will das Artensterben mit einem Volksbegehren stoppen

Von Christian Sebald

Die Bienen sind das Symboltier schlechthin für den Artenverlust: So gehen in einigen Regionen Bayerns den Imkern inzwischen jeden Winter regelmäßig die Hälfte ihrer Völker ein, sagt Manfred Hederer, der Präsident der Berufs- und Erwerbsimker in Deutschland. Und von den 506 heimischen Wildbienen-Arten gelten 271 oder 54 Prozent als gefährdet oder ausgestorben. Die ÖDP will nun ein Volksbegehren gegen das Bienensterben starten. Hederers Unterstützung hat die Partei bereits. "An den Bienen kann man ablesen, dass etwa total schief läuft in unseren Landschaften", sagt der Imker-Präsident. "Das Volksbegehren ist richtig und mutig."

Noch sind nur Umrisse der neuen ÖDP-Initiative bekannt. Fest steht aber, dass es sich nicht nur auf das Bienensterben allein beziehen wird. Sondern ganz generell auf den massiven Schwund an allen möglichen Tier- und Pflanzenarten. Das Bienensterben ist also gleichsam nur das Leitmotiv der Initiative. "Wir arbeiten derzeit an den einzelnen Maßnahmen, die wir per Volksbegehren durchsetzen wollen", sagt der ÖDP-Politiker Urban Mangold. "Das reicht von Vorgaben für einen Biotopverbund quer durchs ganze Land über verpflichtende Blühstreifen an Äckern und Weiden bis hin zu einer Norm, dass die bayerischen Bauern nicht mehr direkt an den Rand von Bächen und Seen ackern dürfen, sondern wie in anderen Bundesländern endlich einen Randstreifen von wenigstens fünf Metern Breite einhalten müssen." Auch Verbote von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat sollen zu dem Maßnahmenpaket gehören, falls sie auf Länderebene möglich sind. "Denn Pflanzenschutzmittel sind der Artenkiller Nummer eins", sagt Mangold. Wichtig ist für ihn, dass der Freistaat endlich Schluss macht, beim Artenschutz zumeist auf freiwillige Maßnahmen zu setzen. "All diese Programme haben in der Vergangenheit nichts gefruchtet", sagt Mangold. Deshalb müssten nun endlich schärfere Regularien her.

Bis die ÖDP ihre Kampagne startet, dauert es noch ein wenig. Von Mai an sollen sich Befürworter in die Listen für das Volksbegehren eintragen können. Für die erste Hürde - die Prüfung, ob es zulässig ist - braucht die ÖDP wenigstens 25 000 Unterschriften von Unterstützern. Außerdem will die ÖDP ein großes Bündnis vor allem mit den großen Umweltverbänden wie dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz schmieden. Und natürlich hoffen Mangold und die ÖDP darauf, dass sich auch andere Parteien ihrer Initiative anschließen. "Wenn wir endlich Erfolge im Artenschutz sehen wollen", sagt Mangold, "müssen wir möglichst breit aufgestellt sein."