Umwelthilfe Seehofer fährt den dreckigsten Dienstwagen

Die Staatskanzlei hatte sich bisher geweigert, die Daten zu Horst Seehofers Dienstwagen herauszugeben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auch insgesamt schneiden die Autos des bayerischen Kabinetts nicht gut ab. Schlechter ist im Durchschnitt nur Nordrhein-Westfalen.

Der BMW von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ist nach einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe die größte Dreckschleuder unter den Dienstwagen von Spitzenpolitikern in Deutschland. Die gepanzerte Limousine stößt demnach 303 Gramm Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer aus.

Den letzten Platz in dem Vergleich teilt sich Seehofer mit dem früheren Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger (SPD), wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am Dienstag in Berlin mitteilte. Spitzenreiter mit dem geringsten Ausstoß ist das Auto von Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) mit einem CO₂-Wert von 100 g/km.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte von Februar bis September dieses Jahres Politiker zu ihren Dienstwagen befragt. Mit der Veröffentlichung der Zahlen befolgt die bayerische Staatskanzlei das Urteil des Verwaltungsgerichts München von Anfang dieses Jahres. Die Deutsche Umwelthilfe hatte dort erfolgreich auf die Herausgabe der CO₂-Werte geklagt. Die Staatskanzlei hatte zuvor die Herausgabe verweigert und dies mit Sicherheitsbedenken begründet, da durch die Werte auf die Schutzausstattung des Wagens geschlossen werden könne.

Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) kritisierte im Interview mit dem Radiosender "Antenne Bayern" die Umfrage als "völlig unprofessionell". Denn bei manchen Politikern müssten die Werte aus Sicherheitsgründen nicht benannt werden, etwa bei den Bundesministern für Verteidigung und Finanzen oder beim Außenminister. Huber zufolge habe der bayerische Ministerpräsident genauso viel Sicherheitsanspruch. Ihn interessiere diese Studie nicht, sagte Staatskanzleichef Huber, weil sie "nur dazu dient, den bayerischen Ministerpräsidenten möglichst schlecht aussehen zu lassen". Das Fahrzeug von Horst Seehofer sei "nicht zur reinen Gaudi mit Schutz versehen".

Auch die anderen Fahrzeuge aus der CSU-Staatsregierung kommen in der Umfrage der Deutschen Umwelthilfe schlecht weg. Mit einem durchschnittlichen Kohlendioxid-Ausstoß von 163 g/km (2016: 165 g/km) belegt Bayern den vorletzten Platz, lediglich in Nordrhein-Westfalen stößt die Regierungsflotte mit 172 g/km (2016: 158 g/km) durchschnittlich noch mehr CO₂ aus.

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