Eine Mehrheit der Bayern ist laut einer neuen Umfrage gegen den Bau des Transrapid in München. 60 Prozent sprachen sich gegen die rund 1,8 Milliarden Euro teuren Strecke aus.

Die bayerische Bevölkerung ist in ihrer großen Mehrheit gegen den Bau einer Transrapid-Strecke in München. 60 Prozent sprechen sich gegen die umstrittene Magnetschwebebahn zwischen Bahnhof und Flughafen aus, wie eine am Donnerstag vom Nachrichtensender n-tv veröffentliche Forsa-Umfrage ergab. Nur ein Viertel der befragten Bayern ist für das von der Staatsregierung unterstützte Projekt.

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Im gesamten Bundesgebiet befürwortet dagegen eine knappe Mehrheit den Münchner Transrapid. 43 Prozent der Bundesbürger sprachen sich dafür aus, 40 Prozent lehnten den Bau ab.

Überdurchschnittlich häufig sind den Angaben nach die Anhänger der CDU/CSU (49 Prozent) und der FDP (58 Prozent) der Meinung, die Transrapid-Strecke solle gebaut werden. Am häufigsten dagegen sind die Anhänger der Grünen (60 Prozent).

Die Landtags-SPD sah sich durch das Umfrage-Ergebnis für Bayern in ihrer ablehnenden Haltung bestätigt. Dies sei "eine schallende Ohrfeige für die Staatsregierung", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Thomas Beyer. Die Menschen im Freistaat seien "eben klüger" als Ministerpräsident Edmund Stoiber und Wirtschaftsminister Erwin Huber (beide CSU).

Beyer zufolge macht die Umfrage deutlich, dass "das Prestigeobjekt" des scheidenden Regierungschefs keinen Rückhalt in der Bevölkerung hat.

Mehdorn fordert Entscheidung

Bahnchef Hartmut Mehdorn rechnet indes mit baldigem grünen Licht für die geplante Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen. Die Landtags-SPD forderte unter Verweis auf die Umfrage erneut den Stopp der Transrapid-Planungen.

"Die Entscheidung kann und sollte getroffen werden", sagte Mehdorn in Frankfurt. Die Zeit dafür sei reif. Er gehe davon aus, dass sich das Land Bayern und die Bundesregierung über die offenen Fragen der Finanzierung einigen könnten. Die Bahn, die annähernd 200 Millionen Euro zu dem Projekt beitrage, habe das Vorhaben gründlich geprüft.

Es sei sinnvoll, in München den zweitgrößten deutschen Flughafen mit dem zweitgrößten deutschen Bahnhof durch eine Magnetbahn im Zehn-Minuten-Takt zu verbinden. Die Landtags-SPD wertete die Umfrage als Ohrfeige für die Staatsregierung. Das Prestigeprojekt des scheidenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber habe keinen Rückhalt in der Bevölkerung. "Die Bayern sind eben klüger als Stoiber und Huber", sagte Fraktionsvize Thomas Beyer laut Pressemitteilung.

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(ddp/dpa)