Umfrage CSU steht für Vereinbarkeit von Beruf und Familie

  • Die Grünen im Landtag haben eine Meinungsumfrage zum Thema Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Auftrag gegeben.
  • Demnach sind etwa 40 Prozent der Auffassung, dass die beiden Geschlechter im Alltag nicht die gleichen Rechten und Chancen haben.
  • Eine große Mehrheit der Befragten ist gegen einen festgeschriebenen Frauenanteil in Parlamenten.

Die Grünen setzen sich aus Sicht der Bayern am meisten für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein, bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vertrauen die Bayern vor allem der CSU. Das hat eine von den Grünen im Landtag in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ergeben. Die Grünen könnten sich in ihrer feministischen Politik bestätigt fühlen, sagte Katharina Schulze, Fraktionschefin der Grünen, am Montag.

Fast die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass Frauen und Männer im Alltag gleiche Rechte und Chancen haben. Knapp 40 Prozent verneinen das, unter Frauen sind es sogar fast 47 Prozent. Eine große Mehrheit erachtet die Gleichstellung von Mann und Frau als wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Vor allem von dem Grundsatz gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit erhoffen sich die Bayern (57 Prozent) Chancengleichheit. Derzeit verdienen Frauen, die oft in Teilzeit arbeiten, in Bayern 24 Prozent weniger als Männer, in Deutschland sind es durchschnittlich 21 Prozent. Das geht aus einer Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

Von einer besseren Bezahlung der sozialen Berufe erwartet sich jeder Fünfte gleiche Chancen für Männer und Frauen. Die Abschaffung des Ehegattensplittings sehen nur knapp sieben Prozent als eine geeignete Maßnahme an. Eine große Mehrheit lehnt es ab, den Anteil der Frauen in Parlamenten gesetzlich vorzuschreiben, wie es die Grünen fordern. Gut 26 Prozent vertrauen den Grünen, wenn es um die Gleichstellung von Männern und Frauen geht, die CSU kommt auf knapp 23 Prozent. Weit hinten liegt dagegen die SPD mit elf Prozent, obwohl die große Mehrheit der SPD-Anhänger bei der Gleichstellung von Mann und Frau noch erheblichen Nachholbedarf sieht.

Etwa ein Drittel der Befragten sieht in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Problem. Verbesserungen erhoffen sich die meisten weniger von der Politik, sondern von ihren Arbeitgebern, die mehr Rücksicht auf die Belange von Familien nehmen sollen. Bei der Kinderbetreuung werden längere Öffnungszeiten (23 Prozent) und mehr Personal (19 Prozent) als geeignete Maßnahmen genannt. Nur knapp zehn Prozent wünschen sich geringere Gebühren.

Die CSU setzt sich gut einem Drittel der Befragten zufolge am meisten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, gefolgt von den Grünen (17 Prozent) und der SPD (13 Prozent). Schulze hofft, dass die Grünen in der Gunst der Wähler noch aufholen. Das Betreuungsgeld, insgesamt 235 Millionen Euro pro Jahr, will sie abschaffen und dafür 300 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung stecken. Mit den Grünen werde es längere Öffnungszeiten geben und ein besseres Gehalt für Erzieher in der Ausbildung.

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