Wenn die CSU eine Umfrage braucht, dann steht GMS bereit. Doch warum fertigt das Institut ungefragt politische Analysen? Die Frage führt ins Innenleben - und ins Selbstverständnis - der CSU.
Wer wissen will, wie der Bayer so tickt, der findet in Helmut Jung vom Hamburger Meinungsforschungsinstitut GMS einen Kenner. Jung, 64, und von Beruf Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, kann alles herausfinden, wenn sich seine Fragensteller ans Telefon hängen.
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Delegierte vor einem CSU-Logo: Wenn die Partei wissen wollte, wie der Bayer tickt, hatte sie einen guten Ansprechpartner: das Meinungsforschungsinstitut GMS. (© AP)
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Jung hat etwa herausgefunden, dass der Bayer seinen FC Bayern mag und dass ihm die Heimat am Herzen liegt. Tempolimits schätzt er allerdings genauso wenig wie zu viel Autoverkehr: "Bei uns fährt jedes Rindvieh durch", sagte einmal ein Befragter. So unterhaltsam und harmlos kommen die Studien aus dem Hause Jung aber nicht immer daher.
In der Affäre um CSU-orientierte Meinungsumfragen der bayerischen Staatskanzlei, für die der Steuerzahler aufkommt, nimmt Jungs Meinungsforschungsinstitut eine Schlüsselrolle ein. Bei GMS sind jene umstrittenen 108.000 Euro teuren Studien in Auftrag gegeben worden, die Anleitungen enthalten, wie die CSU den politischen Gegner kleinhalten kann. Im Umgang mit dem Koalitionspartner FDP rät die Studie aus dem Jahr 2008 sogar dazu, den Konflikt zu suchen.
Regierungs- und Parteichef Horst Seehofer findet daran nichts Verwerfliches. Jungs Institut habe ungefragt die kritischen Empfehlungen in die Studie aufgenommen, verteidigt er sich und seinen Staatskanzleichef Siegfried Schneider. Die Frage, ob es sein könne, dass ein Meinungsforscher ohne Auftrag politische Analysen liefert, führt tief ins Innenleben von Partei- und Regierungsarbeit - und schließlich zu der Erkenntnis, dass die CSU das lange Zeit sowieso als Einheit betrachtet hat. Und Jung hat davon in besonderer Weise profitiert.
Regelmäßige Expertisen
Sowohl die CSU, die parteinahe Hanns-Seidel-Stiftung als auch die Staatskanzlei haben nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung über viele Jahre hinweg regelmäßig bei Jung Expertisen in Auftrag gegeben. In der Partei gilt er als "Haus- und Hof-Demoskop der CSU", berichtet einer aus der Führungsspitze, der ihn vor etwa 20 Jahren kennengelernt hat. Ein Sprecher der Staatskanzlei gibt an, dass die Regierungszentrale seit 1997 mit dem Meinungsforscher zusammenarbeitet.
Jung, gebürtiger Kölner, leitete zwischen 1972 und 1979 die Abteilung Wahlforschung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Danach stieg er zu einem der führenden Meinungsforscher für die Union auf. 1998 hat er sich mit der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) in Hamburg selbständig gemacht.
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Die neueste Antwort
Die können ja von mir aus Studien anfertigen solange sie wollen!Solange der Steuerzahler das nicht zahlen muss und solange Beamten nicht mit CSU Parteiarbeit zugeschüttet werden was gegen das Parteien Gesetz verstößt!Wenn die CSU die FDP los werden will sollte sie einfach auf sie hören!Aber dann wäre die CSU auch weg vom Fenster auf`s Atomkraftwerk und auf die Hypo Alpe an der Adria!
wenn da nicht dieses kleine bayuwarische Millionendorf an der Isar wäre, das sich hartnäckig und erfolgreich der christsozialen Eingemeindung widersetzt.
die CSU benimmt sich wie die SED... Staat und Partei sind eins... als nächstes werden die Wahlen intern verändert...
zur CSU-Wählertäuschungs-Maschinerie. Natürlich kann man mit Fragestellungen und auch wie man die Fragen vorträgt, die Antworten von Befragten beeinflussen und damit die Umfragewerte für die CSU schönen. Je höher die Umfragewerte, desto weiter konnten sich die CSUler im Wahlkampf aufblasen beim Heucheln, Lügen und Täuschen - sich selbst in offen nach aussen getragener Aroganz und hochmütig beweihräuchern und den politischen Gegner verhöhnen Die geschönten Umfragewerte waren für die CSUler sicherlich auch gut zur Selbsttäuschung, um sich Mut, Stärke und Selbstbewusstsein einzureden und derart selbstgetäuscht, wieder die Wähler hemmschwellenlos zu täuschen.
Meine Prognose: Die CSU wird weiter langsam, aber sicher am Transparentwerden krepieren, weil die CSUler nicht mehr ausreichend über Heuchelei, Lüge und Täuschung hinwegtäuschen können.
"@nachdenkliche
Es ist doch gut, dass man dies in den Ferien machen kann. Dann hat man ja Zeit dazu"
Na ja, meist fahren die Familien ja nun weg, gell?!
Sogar der BR hat große Bedenken diese Vorgehensweise betreffend, und er ist ja nun das Organ der CSU!
Paging