Die CSU-Spitze versucht, die Kritiker auf Linie zu bringen. Angeblich soll es nun pro Woche eine Wohltat geben. Beispiel: In keiner Klasse sollen mehr als 25 Grundschüler sitzen.
In der Debatte um den Kurs der CSU bis zur Landtagswahl kommt die Landtagsfraktion am Mittwochnachmittag zu einer Sitzung in München zusammen. Auch der frühere bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber will sich offenbar zu Wort melden.
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Zeit wird es: Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein schaut am Dienstag nach einer Sitzung auf die Uhr. (© Foto: dpa)
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An diesem Freitag und Samstag trifft sich dann der CSU-Parteivorstand zu einer Klausur in Wildbad Kreuth. Es gab zuletzt Berichte über Unstimmigkeiten zwischen den beiden Stoiber-Nachfolgern, Ministerpräsident Günther Beckstein und Parteichef Erwin Huber. Beide betonen aber stets ihre gute Zusammenarbeit.
Die Abendzeitung berichtet, Beckstein, Huber und Fraktionschef Georg Schmid hätten beschlossen, die Bürger künftig nun mit Entscheidungen zu überhäufen - jede Woche sei eine Maßnahme geplant. Beckstein wird mit den Worten zitiert: "Wir wollen nun in großer Geschlossenheit den Bürgern die Ziele der CSU rüberbringen."
Nicht mehr als 25 Schüler in der Grundschulklasse
Zunächst soll es in der Bildungspolitik eine Wohltat geben - 1000 neue Lehrer sollen eingestellt werden. Der Bayerische Rundfunk verfügt über noch genauere Informationen: Demnach soll in den weiterführenden Schulen in keiner Klasse mehr als 30 Schüler sitzen - in der Grundschule soll die Klassenstärke nicht größer als maximal 25 sein. Die AZ spricht von Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro, der BR hingegen von 50 Millionen.
Ähnliches berichtet auch die Tageszeitung Die Welt. In den kommenden zwei Jahren soll sich das Förderprogramm auf rund 100 Millionen Euro summieren. Nach einer Sitzung der bayerischen Staatsregierung am Dienstag soll die CSU-Fraktion das Geld an diesem Mittwoch bewilligen. Kommende Woche stehe die Reform des achtjährigen Gymnasiums auf der Tagesordnung.
Die Zahl der Jahreswochenstunden wird dem Bericht zufolge auf 260 gesenkt, womit Bayern im Ländervergleich eher am unteren Ende der Stundenzahl liegen wird. Mit einer Reduzierung des Unterrichtsstoffs in allen Fächern um rund ein Neuntel sollen die Anforderungen des achtjährigen Gymnasiums an die frühere neunjährige Gymnasialzeit angeglichen werden.
CSU-Generalsekretärin fordert Geschlossenheit ihrer Partei
CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer hat unterdessen ihre Partei zur Geschlossenheit aufgerufen. "Reihen schließen und Sachpolitik in den Vordergrund stellen", gab sie in der Passauer Neuen Presse als Parole für die Vorstandsklausur am kommenden Wochenende in Wildbad Kreuth aus.
Der CSU-Vorsitzende Huber werde die deutliche Ansage machen, "dass jetzt alle auf ein Tor schießen müssen - und zwar auf das gegnerische".
Die Mahnungen von Parteivize Horst Seehofer sieht Haderthauer nicht als Kritik am Kurs von Ministerpräsident Günther Beckstein und Parteichef Huber. "Horst Seehofer hat mit den Themen Innovation, soziale Verlässlichkeit und Heimatgefühl genau die Themen wiederholt, die Günther Beckstein schon in seiner Regierungserklärung vorgegeben hat. Er liegt damit voll auf der Linie der gesamten Parteispitze."
Beckstein dementierte am Dienstagabend bei einer Veranstaltung im Nürnberger Presseclub Medienberichte von einem Zerwürfnis zwischen ihm und Huber. "Aus meiner Sicht funktioniert das Tandem Beckstein-Huber gut", unterstrich der Regierungschef. "Allerdings kommen wir nicht gut in den Medien rüber. Auch geht es bei uns stürmisch zu", räumte er ein.
"Gerade beim Rauchverbot haben wir uns ziemlich blöd angestellt. Das war nicht der Weisheit letzter Schluss." Der Vorsitzende der bayerischen Jungen Union, Stefan Müller (CSU), sagte der Berliner Zeitung, zwar gebe es eine große Verunsicherung an der Parteibasis. Debatten müssten aber intern geführt werden. "Es ist völlig inakzeptabel, wenn Einzelne meinen, alle Probleme ausschließlich der Führung anlasten zu können und ihre Beschwerden auch noch in die Öffentlichkeit tragen."
- CSU Heimliche Hoffnungen 01.04.2008
- Interview mit CSU-Chef Huber "Auch ein Tandem muss sich einspielen" 31.03.2008
- CSU Eine Partei lernt das Fürchten 31.03.2008
- Kurs der Partei Stoiber sorgt sich um CSU 30.03.2008
(sueddeutsche.de/dpa/ddp-bay/gdo/mati/gba)
Gewalt in Syrien
Die neueste Antwort
für Ihr großes Engagement, das dafür sorgt, dass trotzdem noch so viel klappt in der Schule. Wer sich einmal informieren möchte wie es um unsere Schulen steht, soll einfach mal einen Tag der offenen Tür einer beliebigen Schule besuchen und sich die Frage stellen, ob er an so einem Arbeitsplatz arbeiten möchte. Ich meine damit undichte Holzfenster, ausgetretene Fußböden, gammelige Schwimmbäder, veraltete PCs, uralte Möbel, fleckige Wände.
Geschätzte 80% aller bayerischen Schulen halten die für eine gute Kommunikation erforderliche DIN 18041 nicht ein. Dies wäre speziell für Migrantenkinder und den Fremdsprachenunterricht äußerst wichtig. Das Kultusministerium weiß das, unternimmt aber nichts, vermutlich weil es weitere finanzielle Begehrlichkeiten der Kommunen fürchtet.
Es wird endlich einmal Zeit, dass jemand erkennt, dass sich eine Industrienation die das vermutlich noch eine Weile sein möchte, das bisherige Schulsystem nicht mehr leisten kann.
Jeder Euro der jetzt am Schulsystem gespart wird, muß hinterher mehrfach für "Reparaturmaßnahmen" wie Hartz IV o.ä. ausgegeben werden. Doch dafür ist ja jemand anderes zuständig. Es lebe der Amtsschimmel und der Förderalismus!
Peter H.
Ich hatte von der in der Volksschule einen Fußweg von 4 Kilometer einfach, im Gymnasium 2 km von Bahnhof. Das zu Fuß und jeden Tag u.a. eine fette Latein-Grammatik und einen Dirke-Weltatlas in der Schultasche, nicht im Rucksack.
Seit meinem 14. Lebensjahr leiste ich neben meiner Büroarbeit beim Holzmachen schwere Arbeit und kann ohne Rückenbeschwerden schon immer ein Vielfaches dessen tragen, was jetzt üblich ist. Wir waren im Schnitt auch immer über 30 Schüler.
Schaun sie sich die Schulwege und Lasten der Schüler mal wirklich an. Da hat sich doch (fast) alles wesentlich verbessert. Ich hab übrigens als Kind auch immer über Rückenprobleme geklagt. Die Mehrzahl der tatsächlich statistisch erfassten Rückenerkrankungen geht aber auf sitzende Tätigkeiten zurück, nicht auf Schultaschen!
Darin liegt die Misere auch nicht!
Ich kenne allerdings auch noch eine Schule, da sind die Schüler aufgesprungen und haben im Chor den Lehrer begrüßt. Das will kein Mensch mehr, aber die Lehrer waren trotzdem verständnisvoll und engagiert. Sie konnten sich aber auch Respekt verschaffen.
Da gehört sich was reformiert, damit nicht jeder Elternteil beim geringsten Autoritätsbeweis eines Lehrers im Tonfall eine Diskriminierung wittert und Anzeige erstattet.
Klassen mit max. 10 Schülern oder 20 Schulpsychologen mehr helfen weder die Qualität der Ausbildung zu verbessern noch die wachsende Gewalt an Schulen einzudämmen.
Vielleicht sollte man wieder das Lernen, Hausaufgaben, etc. mehr in den Vordergrund stellen und von der spielerischen antiautoritären Pädagogik etwas abrücken.
sind wohl stramme Mitarbeiter des Kultusministeriums als Kommentarbewerter unterwegs. Aber diese Leute haben noch jedes Schulproblem abgestritten
Der Worte hör' ichwohl, allein mir fehlt der Glaube. Alle bisherigen Ankündigungen für Verbesserungen in den Schulen wurden nicht eingehalten. Auch die jüngsten Absichtserklärungen glaube ich erst, wenn sie nachweisbar eingetreten sind.
Diese Woche im G8 achte Klasse:
Klassenstärke 33 Schuler/innen. Der Nachmittagsunterricht am Montag komplett ausgefallen (wie so oft). Am Mittwoch begann der Unterricht erst in der 4. Schulstunde. Da fährt kein Schulbus mehr. Anstatt Mathe wurden am Dienstag Aufgabenzettel ausgeteilt mit dem Hinweis, die Schüler mögen sich damit selbst beschäftigen. Die Schulstunden werden dann zuhause nachgeholt. Selbst mit einer 41 Stundenwoche gesegnet kann ich dann den fehlenden Lehrern ihre Arbeit nachholen.
Nein, es fehlt mittlerweile so weit an allen Ecken und Kanten! Ich glaube nur noch was ich sehe!!
Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken... Diesmal ist es so. Da hilft kein Rumlavieren, das macht es noch schlimmer. Nur mit einem Wechsel kann die CSU die 50 + bewahren...
Paging