Traunstein Frau attackiert Lebensgefährten mit Hammer und muss in Haft

  • Eine 54-Jährige hat vor dem Landgericht Traunstein gestanden, dass sie ihren Partner mit einem Hammer am Kopf verletzt hat.
  • Die Frau wurde wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.
Von Matthias Köpf, Traunstein

Mindestens der erste ihrer vielen Hammerschläge traf den Kopf ihres Lebensgefährten, als der betrunken schlafend im Bett lag. Das hat die 54 Jahre alte Angeklagte am Freitag vor dem Landgericht Traunstein gestanden, so wie es ihr der Vorsitzende Richter angesichts der Blutspuren im Bett schon beim ersten Verhandlungstermin am Dienstag nahegelegt hatte.

Das Schöffengericht verurteilte die Frau wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und drei Monaten im Gefängnis. Es folge damit dem Antrag des Verteidigers. Der Staatsanwalt hatte vier Jahre Haft gefordert, der Nebenklage-Vertreter des ehemaligen Lebensgefährten auf dreieinhalb Jahre plädiert.

Der inzwischen 58 Jahre alte Mann überstand die insgesamt mindestens sechs Schläge mit dem 500 Gramm schweren Hammer auch deshalb ohne lebensbedrohliche Verletzungen, weil die kleine, schmale Frau unter einer schweren, rheumaartigen Krankheit leidet und wegen ihrer steifen Gelenke einen Hammer zwar halten, aber damit kaum einen wuchtigen Schlag ausführen kann. Der Mann, der an dem Abend wie so oft betrunken war, hat laut eigener Aussage anfangs nicht einmal bemerkt, dass er von einem Hammerschlag auf den Kopf geweckt worden war.

Auch das Blut von den Platzwunden habe er erst registriert, als er sich nach einem Toilettengang und einer weiteren Hammerattacke aus der Wohnung im Landkreis Mühldorf zum Nachbarn geflüchtet habe. Er hatte seine Partnerin schon länger loswerden wollen. Am nächsten Tag sollte eine Barfrau aus Rumänien ankommen und zunächst probeweise einziehen. Im Baumarkt hatten er und die Angeklagte noch eine Luftmatratze für die neue Frau gekauft - und mit ihrer Karte bezahlt, weil er das meiste Geld in Bars und Bordellen ausgab.

Beide waren seit 2009 ein Paar, laut ihrem Verteidiger fürchtete die Frau, dass ihre Beziehung und damit ihr Pakt gegenseitiger Versorgung zerbrechen würde. Die Frau war 1990 aus Thailand nach Deutschland gekommen. Hier hatte ihr die Schwester per Zeitungsannonce schnell einen Mann verschafft, mit dem sie dann 18 Jahre lang eine offenbar oft bedrückende Ehe geführt hatte.

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