Serie von tödlichen Badeunfällen in Bayern: In Rosenheim wird ein vierjähriger Bub leblos aus dem Wasser gezogen, im Chiemsee stirbt eine Frau. Innenminister Herrmann mahnt zur Vorsicht.
Ein vier Jahre alter Junge ist bei einem Badeunfall in einem Rosenheimer Freibad ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei hatte die Mutter am Mittwochabend bei dem Freibadbesuch plötzlich vermisst. Gemeinsam mit dem Bademeister und einigen Badegästen suchte sie nach dem Jungen.
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Ein vierjähriger Bub ist in einem Freibad in Rosenheim ertrunken. In Bayern häufen sich tödliche Badeunfälle. (© Symbolbild: ddp)
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Badegäste entdeckten den Buben etwa zehn Minuten nach seinem Verschwinden leblos im Wasser und holten ihn aus dem Becken. Nach Wiederbelebungsversuchen von Ersthelfern und weiterer Versorgung durch einen Notarzt wurde der Vierjährige in ein Klinikum gebracht. Trotz intensiver Bemühungen durch die Ärzte starb er dort am Donnerstag in den frühen Morgenstunden.
Der tödliche Unfall des Buben in Rosenheim ist nur einer in einer Serie von Unglücken im Freistaat: Allein am Mittwoch sind zwei weitere Menschen ums Leben gekommen. Eine 67-Jährige starb beim Baden im Chiemsee. Die Frau hielt sich am Mittwoch im flachen Wasser nahe dem Ufer auf, als sie plötzlich zusammenbrach. Badegäste kümmerten sich um sie. Ein zufällig anwesender Mediziner mit Notarzterfahrung bemühte sich vergeblich um eine Wiederbelebung, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit.
Außerdem starb am Mittwoch in Schwaben ein 80-Jähriger in Oy-Mittelberg, teilte die Polizei in Kempten mit. Der Mann war mit seiner Frau in einem Weiher schwimmen, als er plötzlich unterging. Nach einer Stunde konnte nur noch die Leiche geborgen werden.
Innenminister Joachim Herrmann (CSU) rief zur Vorsicht in Badeanstalten, Flüssen und Seen auf. Die Todesfälle der vergangenen Tage zeigten, dass die Gefahren am Wasser nicht unterschätzt werden dürfen. Nach den Worten von Herrmann bewegt sich die Zahl der Ertrunkenen in Bayern nach wie vor auf erschreckend hohem Niveau: Im vergangenen Jahr seien 96 Menschen im Freistaat ertrunken. Im bundesweiten Vergleich hätten sich damit mehr als ein Fünftel der Fälle in Bayern ereignet, betonte Herrmann. "Ich kann nur dringend appellieren: Seien Sie beim Baden in unseren bayerischen Seen und Flüssen vorsichtig."
Badefreudige sollten sich über die Risiken informieren und versuchen, diese zu minimieren. Die bayerische Wasserwacht und die Deutsche Lebens- Rettungs-Gesellschaft (DLRG) böten dazu wichtige Informationen.
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(ddp-bay/dpa/hai)
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Die neueste Antwort
Ja, fesch, schwimmen zu können, ist elementar. Doch ein Vierjähriger hat meistens noch nicht die motorischen Fähigkeiten dazu. Mir ist noch nie ein so junges Kind untergekommen, das schwimmen kann, höchstens sich kurz über Wasser halten. Das mit dem Schwimmen ist der Wahnsinn, es reichen im Grunde Sekunden Wegschauen, ist so ein Kind erst untergegangen, sieht man ja nicht mehr genau, wo es sich befindet und es vergeht wertvolle Zeit mit Rumsuchen. Schrecklich, ein Albtraum, mein ganzes Mitgefühl den betroffenen Eltern.
Es ist sehr traurig, wenn man sein Kind verliert. Ich finde, man sollte seine Kinder so früh als möglich zum Schwimmunterricht geben. Viele Lehrer beklagen auch, dass immer weniger Kinder schwimmen können. Hier wäre es angebracht, für Schwimmunterricht intensiv zu werben und ggf. ab einem bestimmten Alter zur Pflicht zu machen.