Tipps für die Städtereise Nachtleben und Kniggefragen

Bahn ohne Fahrer: die U3.

(Foto: dpa/picture-alliance)

Wo der Abend im Nachtleben von Nürnberg beginnt, wie es weitergeht und wo Sie den Sonnenaufgang am Schönsten erleben.

Typisch für das Nachtleben in dieser Stadt ist ...

Dass man überall reinkommt, dies aber nicht notwendigerweise auch wollen muss.

Hier beginnt der Abend:

Cafe Schnepperschütz. Ein ehemaliges Klohäuschen mit Selbstbedienung, an der Pegnitz gelegen und mit Wiese davor. Momentan aber fast schon München-mäßig überrannt. Also Decke mitbringen, für die Wiese davor. Hallertor 3. Beginnen kann man gerne auch irgendwo in Goho, im bunten Stadtteil Gostenhof, von Scherzkeksen auch Gostanbul genannt. Wer in diesem Stadtteil während der EM ausschließlich für die Herren Müller und Hummels brüllt, ist dort zumindest nicht besonders in der Überzahl. Özil- und Khedira-Anhänger schon eher. Wo genau anfangen? Womöglich in der Schankwirtschaft Schanzenbräu oder eben im Salon Regina, wo sie übrigens Biokaltgetränke zur Currywurst reichen. Am Kaulbachplatz, der übrigens wirklich richtig schön ist, kann man den Abend natürlich auch starten. Und zwar bei Petros Zervas im Il Gelato, einer Bar, die sich als Eisdiele tarnt - einfach großartig.

Dann ziehen Sie weiter ins:

Vermutlich ins bepflasterte Innenstadt-Quartier, das muss schon auch mal sein. Dort gibt es den Bäckerhof und da stehen ein paar Salonsofas in einem ehemaligen Ballsaal der Bäckerinnung. Alkoholisches wird gereicht. Hat was. Schlehengasse 2.

Hier wollen alle rein:

Nach der Arbeit sofort in den Biergarten im polnisch ausgerichteten Krakauer Haus, oben auf der Stadtmauer gelegen.

Dabei ist es hier viel besser:

Besser geht es leider kaum in der Kategorie innerstädtischer Biergarten.

Dies ist der beste Platz für den Sonnenaufgang:

Das Parkhaus in der Aderstraße 4. Eines der furchtbarsten Nachkriegsgebäude dieser Altstadt, das allerdings den großen Vorteil hat, dass man es nicht sehen muss, wenn man gerade draufsteht. In den siebten Stock fahren und einfach geradeaus schauen: Hauptmarkt, Frauenkirche, Rathaus, Sebalduskirche, Kaiserburg. Hui. Die Frauenkirche ist übrigens die mit dem Christkind auf dem Balkon. Steht zu Sonnenaufgang allerdings selten da oben.

Mit diesem Satz kommen Sie hier gut an:

In den 1920er Jahren, da seid ihr doch noch jedes Mal Meister geworden, oder?

Darüber spricht man in Nürnberg:

In den 1920er Jahren, da sind wir fei noch jedes Mal Meister worn, gell!

Vorsicht, Fettnäpfchen!

Es heißt ehemaliges Reichsparteitagsgelände, ehemaliges! Und die U3 heißt in Nürnberg nachdrücklich: fahrerlos. Und nicht: führerlos.