Und selbst im alten Rom waren Kaiserlein wie Didius Julianus oder Balbinus nur marginal für das Desaster insgesamt verantwortlich.
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Haut man ihnen aber die Rübe ab - im 21.Jahrhundert, zumal in Bayern, glücklicherweise nur bildlich - , dann hat man sich symbolisch vom Schlechten der Vergangenheit befreit. Der Sündenbock wird geopfert, die Sünder schreiten im weißen Gewand davon. Nur am Saum ist es ein wenig mit Blut bespritzt.
Dieser Versuch, sich durch ein Opfer, und sei es ein Menschenopfer, zu läutern, entstammt den zutiefst irrationalen Gefilden der Religion. Weil man gefehlt hat, will man einen Gott (oder auch mehrere Götter) gnädig stimmen. Zum Opfer gehört die Anerkenntnis eigener Schuld und gleichzeitig, dem Selbsterhaltungstrieb folgend, das Anbieten eines Substituts, das durch Tod, Kasteiung oder Rücktritt für sich und alle anderen büßt.
Die Überlebenden wollen nach vorne schauen
Dafür existieren natürlich Rituale, eine Liturgie gewissermaßen. Da ist einmal die Bereitschaft des auserkorenen Moriturus, die er öffentlich so zu äußern hat: "Ich klebe nicht an meinem Amt" oder "Ich übernehme die Verantwortung".
Unerlässlich ist auch die Forderung der Sünder, dass statt ihrer ein anderer dran glauben muss. "Es muss auch personelle Konsequenzen geben", heißt der einschlägige Spruch, den man nur von jenen hört, die selbst keine Konsequenzen ziehen wollen. Sobald klar ist, wer geopfert wird, sagen die Überlebenden: "Jetzt schauen wir nach vorne."
Mancher Gemeuchelte ist von Bitternis erfüllt, wenn er sieht, dass in seiner Partei weiter dieselben Fehler von weitgehend denselben Leuten gemacht werden.
Andere, die man geopfert hat, rächen sich an ihren mörderischen Freunden dadurch, dass sie als Wiedergänger, Ehrenvorsitzende oder Experten für den Königsmord mit Rat und Tat den übernächsten Verschwörern zur Seite stehen.
Als Edmund Zombie fahren sie dann, bleich und lebenslustig, zum Sonderparteitag.
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(SZ vom 1. Oktober 2008/odg)
Rekord in Deutschland
Die neueste Antwort
"Kein Wunder, das Links - bei soviel Unschlauheit und desintellektualität - in Bayern nix zu melden hat. "
Wer die Ironie zwischen den Zeilen und in der Überschrift des Artikels nicht erkennt und statt dessen von einem "Mordaufruf" faselt, sollte seine eigene angebliche Intellektualität, ob der Gefahr sich völlig lächerlich zu machen, lieber nicht so weit aus dem Fenster hängen. Ausgerechnet einen Kurt Kister auch nur ansatzweise im linken Spektrum verorten zu wollen, zeugt von nichts weiter als völliger ignoranter Unkenntnis.
Alt- und Beutebayern, bitte herhören, auf die Stimme Eures selig Verblichenen! Aus dem Jenseits spricht der Altphilologe Franz-Josef: "Die wilde Kaiserkür der Legionen offenbart eine doppelte Strukturschwäche des Reiches: einen moralischen und einen administrativen Mißstand. Ersterer zeigt sich in der fehlenden Treue zum jeweils herrschenden Kaiser, in dem mangelhaften Gemeinschaftsbewußtsein innerhalb des Reichsheeres und dem fehlenden Mitgefühl gegenüber den Provinzialen ... Zum anderen bezeugt die Kaisermacherei eine Schwachstelle in der Principatsverfassung: Es gab keine für die Kaisererhebung zuständige Zentralinstanz" (A. Demandt, Handbuch der Altertumswissenschaft III.6, S. 37f.).
Recht hat er, der Große Vorsitzende! Bavaria est omnis divisa in partes quatuor (Ganz Bayern ist zerlegt in vier Teile) - warum nicht die seit den Wittelsbacher Erbschleicherkriegen anno tuck unvermeidliche Realität anerkennen?! Divide et impera: Man teile also - wie der alte Dalmatiner Diokletian - das Imperium in Kompetenzbereiche und sehe, wohin das führt.
In den wilden Westen, das Land der geheimen Rauchzeichen, reitet der gestrenge General George - auf dem Kreuzzug gegen die Qualm-Cheyenne custert er, Häuptling ohne Alemannen, die Tresen am Little Bighorn und fällt armstrong unter die Nikotiner.
In den frommen Osten pilgert der ungläubige Thomas, der bei Erforschung des Goppelmoppler-Effekts unwissend in die Donau-Sümpfe gerät, wo er im froschreichen Kloster Niederaltaich bereits Alt-Frosch Erwin büßend antrifft ("Übermut, Überheblichkeit werden abgestraft").
Den biederen Norden legt der verinnerlichte Joachim in middelfrenggische Polizeiketten, läßt aber Burg Beckstein rechts liegen, wo der alte Ritter Günther grummelnd den Rest seiner Rüstungen zählt.
Im see- und hofreichen Süden sucht Storchen-Horst klappernd seine neuen Horste, ehe er doch im alten Spree-Kabinett verschwindet.
Denn in Jennerweins Revier geht ein bleicher Geist aus Bury-St. Edmunds um, der mit wölfischem Rat seine Hausen zum Exarchat erklärt hat, von dort bis hinter den Franz-Josef-Gletscher. Was treibt ihn?! Da, auf dem Rücken des Wilden Jägers, verdammt dazu, ewig durch die Lande zu stoibärn, hockt ein Bär, ein kultiger - Bruno, bist Du's, knuddliger Bienenwolf, unfein abserviert, als Du den Cäsar beim Volke ausstachest? Problembär, laß ihn aus, Deinen Mörder, gib der bayerischen Seele a Ruah.
... in allen Ehren: die Befundung der Situation, die Analogien und die daraus erwachsenden Aufgabenstellungen.
Es ist richtig, da haben sich unter Anleitung der deutschen Version von Spin-Doktoren und ideologishen Ideologie-Erklärern die großen Volksparteien - angeblich weil es billiger ist - leider ungeprüft auf das Dogma eingelassen, dass die großen Wahlen nur in der Mitte zu gewinnen sind.
Seitdem werden Parteiprogramme und Personalentscheidungen auch nach der Vorstellung von Parteifunktionären so ausgerichtet, wie diese denken, dass die Mitte sei.
Aber - wie schon in der Plakat-Diskussion - der Wurm muss dem Fisch schmecken - nicht dem Angler.
Also - alle Parteien, die noch halbwegs einen Anspruch haben - umdenken, reumütig arbeiten, auf den Hosenboden setzen und beim Volk bitte nachfragen, was denn Sache ist, dann NACHDENKEN.
Wenn alle das gleiche Produkt auf den gleichen Markt werfen, kann es nur billiger werden. (Nachsatz: Unter diesen Bedingungen hat die SPD gar nicht so schlecht abgeschnitten - es hätte ja noch schlimmer kommen können ;-))
Hier wimmelt es doch im Momment nur so von frustrierten Wahlverlierern.
Haben sie schon einmal das Sprichwort von einem schlechten Verlierer gehört? Nein?
Dann sollten sie etwas recherchieren, sie sind doch gerade online, oder nicht?
So, mal schauen, ob es noch einen last Minute Rein-Klatscher von ihnen gibt
Gerade in der letzten Woche vor der Wahl, war es so, dass ungefähr nur jeder zweite Kommentar von mir durchgelassen wurde. Mein sachlicher Kommentar zum Einsatz des Bayertrojaners wurde vier Mal!! in modifizierter Folge kommentarlos gelöscht. Es war dann so, dass sich die Seite grundgesetz.wordpress.com eingeschaltet hat und aus Protest meinen Text veröffentlicht hat.
grundgesetz.wordpress.com/2008/09/23/neues-bundestrojaner-in-bayern-aktiv/
Also behaupten sie hier nicht irgendeinen Käse!
Paging