Studie der LEV Das G 8 in Zahlen

Die LEV hat Schüler und Eltern zu ihren Erfahrungen mit dem G 8 befragt.

Fast 70 Prozent der Schüler aus Oberstufen klagen über Stress, ein Viertel geht überhaupt nicht gern zur Schule. Und was läuft gut im achtjährigen Gymnasium? Eine Umfrage unter Eltern und Schülern gibt Antworten.

Von Tina Baier

Um die Situation amachtjährigen Gymnasium (G 8) besser einschätzen zu können, hat die Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern (LEV) vergangenes Schuljahr eine Umfrage unter Eltern und Schülern gemacht. Der Fragebogen, den 20 757 Teilnehmer ausgefüllt zurückgeschickt haben, enthielt 62 Fragen zu verschiedenen Themenbereichen. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Klassengröße

In den meisten Klassen sitzen der Umfrage zufolge um die 26 Schüler. Häufig sind auch Klassen mit 27 bis 30 Kindern. Einige Teilnehmer meldeten 31, 32 oder 33 Schüler. Etwa 80 Prozent gaben an, dass die Kurse in der Oberstufe kleiner sind als in der zehnten Klasse.

Stress

In der Oberstufe klagen fast 70 Prozent der befragten Schüler über häufigen oder sogar ständigen Stress. In der Unter- und Mittelstufe sind es knapp die Hälfte derjenigen, die an der Umfrage teilnahmen. Mehr als 20 Prozent der Fünftklässler geben an, keine Mittagspause zwischen Vormittags- und Nachmittagsunterricht zu haben.

Hausaufgaben

Gut die Hälfte der Fünft-, Sechst- und Siebtklässler, die eine Nachmittagsbetreuung besuchen, hat die Hausaufgaben nach der Schule meistens erledigt. Etwa ein Drittel hat die Hausaufgaben immer erledigt. Der Rest muss im Anschluss an die Nachmittagsbetreuung noch Hausaufgaben machen. Schüler der Unter- und Mittelstufe brauchen im Schnitt zehn Stunden pro Woche, um schriftliche und mündliche Hausaufgaben zu erledigen. Schüler der Oberstufe investieren zwölf Stunden pro Woche in ihre Hausaufgaben. Ein bis drei Prozent der befragten Schüler aus Unter- und Mittelstufe geben an, 20 bis 30 Stunden pro Woche zusätzlich zum Unterricht zu lernen.

Nachhilfe

Von der sechsten Klasse an benötigen mehr als elf Prozent der Kinder regelmäßig Nachhilfeunterricht. Ein etwas höherer Prozentsatz nimmt unregelmäßig Nachhilfeunterricht. Die meisten Schüler brauchen Nachhilfe in Mathematik und in den Fremdsprachen. Vielen reichen ein bis zwei Stunden pro Woche. Ein bis zwei Prozent der Schüler brauchen vier oder mehr Nachhilfestunden.

Unterricht

In der Unterstufe haben etwa zwei Drittel der Schüler den Eindruck, den Stoff gut bewältigen zu können. In der Mittelstufe fühlen sich immer mehr Schüler überfordert; in der Oberstufe gibt nur noch ein Drittel an, mit der Stofffülle gut zurechtzukommen. Nur die Hälfte der befragten Schüler findet, dass der Lernstoff im Unterricht ausführlich besprochen wird. Etwa 20 Prozent sagen, dass sie die Erklärungen ihrer Lehrer nicht verstehen. In der Mittel- und Oberstufe finden mehr als die Hälfte der Schüler den Unterricht langweilig und uninteressant.

Individuelle Förderung

In der Unterstufe halten zwischen 74 und 86 Prozent der Studienteilnehmer die Intensivierungsstunden für sinnvoll. Diese Einschätzung ändert sich in der Mittelstufe: Mehr als 40 Prozent der Befragten halten die Intensivierungsstunden hier für "wirkungslos" oder für "völlige Zeitverschwendung". "Den Eltern werden eindeutig zu oft Arbeitsblätter ausgefüllt und die Stunden zu wenig dazu genutzt, auf die Stärken und Schwächen ihrer Kinder einzugehen", heißt es im Résumé der LEV.

Freizeit

Etwa 40 Prozent der Eltern waren der Meinung, dass ihr Kind "selten" genug Zeit für sich hat. Etwa 45 Prozent gaben an, ihr Kind habe "häufig" genug Zeit für sich. Der Rest fand, dass das "nie" oder "ständig" der Fall sei. Mehr als ein Viertel der Schüler gab an, zu keiner regelmäßigen Freizeitaktivität wie etwa in einen Sportverein zu gehen. Der Anteil wird umso höher, je älter die Schüler sind.

Lust und Frust

Zwischen 60 Prozent und 80 Prozent der Kinder - je nach Jahrgangsstufe unterschiedlich - gehen der LEV-Umfrage zufolge gerne in die Schule. Allerdings gehen 25 Prozent von der achten Klasse an "eher nicht" oder "überhaupt nicht" mehr gerne zur Schule. Bis zum Abitur bleibt der Schulfrust unverändert hoch.