Albrecht Dürer als Vollender der bayerischen Landtagseinheit: Im Streit um die Ausleihe eines Kunstwerks sind sich die Abgeordneten ausnahmsweise einmal einig. Nun fühlt sich der Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen in seiner Autorität in Frage gestellt - und reagiert äußerst heftig.
Der Donnerstag dürfte als besonderes Datum in die Geschichte des Landtags eingehen. Zwar wurde die Debatte über die Ausleihe von Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" verschoben. Aber das nicht ausgelieferte Bild einte das Parlament in überaus seltener Weise: Nachdem SPD und Grüne mit Dringlichkeitsanträgen begonnen hatten, forderten am Ende sämtliche Fraktionen die Ausleihe des Gemäldes.
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Albrecht Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" sorgt derzeit für viel Wirbel in Bayern. (© Alessandra Schellnegger)
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Albrecht Dürer als Vollender der bayerischen Landtagseinheit, eine hübsche Geschichte. Die Reaktion der Staatsgemäldesammlungen kam am Freitag prompt - und sie war von einer Heftigkeit, wie sie von einer staatlichen Behörde ebenfalls nur äußerst selten zu beobachten ist: Die gegenwärtige politische Diskussion über das Bild stelle in "beispielloser Weise die Kompetenz und die Autorität der in der Kultur verantwortlich Tätigen in Frage", erklärte Klaus Schrenk, Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen.
Aber damit nicht genug: Jedes "bedeutende Museum" verfüge über einen Bestand kostbarer Kunstwerke, die untrennbar mit dem jeweiligen Haus verbunden seien und für eine Ausleihe nicht zur Verfügung stünden, moniert der Generaldirektor. So zähle Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" aus dem Jahr 1500 zu den herausragenden Gemälden der Sammlung und präge international das Profil der Alten Pinakothek.
Zudem befinde sich das auf Holz gemalte Bild in einem "konservatorisch höchst fragilen Zustand". Im Jahr 1971 - anlässlich der letzten großen Dürer-Ausstellung in Nürnberg - sei es "gegen den entschieden vorgetragenen Rat der Restauratoren" nach Nürnberg ausgeliehen worden. Von dieser Reise sei es, so stellt es Schrenk dar, "mit einer geöffneten Fuge sowie dadurch entstandenen Farbverlusten wieder nach München zurück" gekommen.
"Arroganz einer untergeordneten Behörde"
Zuvor hatten sich nicht nur sämtliche Fraktionen für eine Ausleihe des Bildes starkgemacht. Auch Kabinettsmitglieder und Ministerpräsident Horst Seehofer hatten Sympathie für eine Ausleihe bekundet - Finanzminister Markus Söder sogar mit dem Hinweis, es werde auch Gefahrgut transportiert, da könne die Ausleihe eines Gemäldes kein Ding der Unmöglichkeit sein.
CSU-Fraktionsvize Karl Freller hatte sogar ein Junktim zwischen der Dürer-Ausleihe und dem geplanten neuen Konzertsaal in München hergestellt: Ohne Dürer keine Zustimmung zum Konzertsaal. Auf die Frage, warum er so heftig reagiere, hatte Freller geantwortet: Er habe sich sehr empört über ein Interview, das Generaldirektor Schrenk in der letzten Woche der SZ gegeben hatte - und in dem dieser sich die Einmischung der Politik verbeten habe.
Er sei selbst lange genug Staatssekretär gewesen, sagte Freller, um einordnen zu können, "ob diese Arroganz einer untergeordneten Behörde" zustehe. Immerhin handele es sich um eine wichtige kulturelle Angelegenheit, als Volksvertreter dürfe man dazu eine Meinung äußern.
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(SZ vom 04.02.2012/afis)
TV-Kritik: Menschen bei Maischberger
Die neueste Antwort
haben mit Verlaub "nicht alle Tassen im Schrank".
gerne schenken wir Euch den Dürer und schicken ihn Euch. Aber nur, wenn Ihr den Söder auch gleich mitnehmt!
"Ich war lange genug Staatssekretär, der seine Dienstaufsichtspflichten völlig vernachlässigt hat und unter dem dem Steuerzahler erhebliche Schäden entstanden sind. Anderen Arroganz vorwerfen kann ich aber, um die Herausgabe eines Bildes zu erzwingen, sei die Argumentation auch noch so falsch. Wie von Dienstaufsicht habe ich auch von Kultur absolut keine Ahnung, bezeichne mich aber als Volks(ver)treter, um so zu tun als würde das Volk hinter meinen niederen Beweggründen "Wichtig machen, Macht mißbrauchen" stehen. Ach ja, und die von Peter März vernichteten 350 000 Euro könnt ihr Steuerzahler euch an den Hut stecken".
Hier noch die verheuchelten Unschuldsminen des Volksschädlings Peter März/CSU und seines VVorgesetzten Karl Freller/CSU.:
merkur-online.de/bilder/2011/08/29/1382617/1927649563-landeszentrale.9.jpg
Er sollte besser ganz ruhug sein, war er doch Vorgesetzter von Peter März, dem ehemaligen Leiter der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, der unter ihm ganz offensichtlich völlig verwahrloste und einen 350 000 Euro-Schaden mit CSU-Vetternwirtschaft: und dergleichen anrichtete:
sueddeutsche.de/bayern/landeszentrale-fuer-politische-bildungsarbeit-schwarze-kasse-und-selbstbedienung-1.1134507
Entweder Karl Freller hat als Aufsicht versagt oder er hat es höchstarrogant und bewusst laufen lassen.
"Finanzminister Markus Söder sogar mit dem Hinweis, es werde auch Gefahrgut transportiert, da könne die Ausleihe eines Gemäldes kein Ding der Unmöglichkeit sein."
Bei Gefahrengut geht die Gefahr vom Gut aus, z. B. bei einem Transport von Säure. Bei dem Dürer-Bild ist es aber genau umgekehrt, hier besteht Gefahr für das Gut, das noch dazu höchst empfindlich ist.
Also, meine Meinung ist, direkten Deppen kann man unmöglich so ein Bild in die Hand geben.