Streit im Kleinwalsertal Bürger lehnen Panoramabahn ab

Eine klare Entscheidung: Die Bewohner des österreichischen Kleinwalsertales wollen keine Panoramabahn. Für den Bürgermeister ist es eine Schlappe, aber er will das Ergebnis respektieren - vorerst zumindest.

Von Andreas Roß

Die Bürger des deutschen Zollanschlussgebietes Kleinwalsertal haben am Sonntag in einer Volksabstimmung die umstrittene Panoramabahn vom Walmedinger Horn zum Ifen mehrheitlich abgelehnt. Von den 2449 Tal-Bürgern, die in Mittelberg, Riezlern und Hirschegg ihre Stimme abgaben, votierten 55 Prozent gegen die Panoramabahn, die auf einer Länge von 2,5 Kilometern das idyllische Schwarzwassertal überspannen sollte.

Die Gondelbahn war das Kernstück eines 38 Millionen Euro teuren Modernisierungsprojekts, mit dem die Kleinwalsertaler Bergbahn AG (KBB) vor allem den Wintertourismus im Tal wieder ankurbeln wollte. Grund dafür sind die veralteten Liftanlagen und die seit fünf Jahren rückläufigen Übernachtungszahlen.

Tal-Bürgermeister Andi Haid (ÖVP), der das Projekt mit seinem Gemeinderat befürwortet hatte, sagte nach der Abstimmung: "Das ist ein klares Ergebnis, das haben wir zu respektieren." Dennoch hofft Haid, dass damit das Thema Modernisierung der Infrastruktur im Tal nicht für alle Zeiten vom Tisch ist.

Der Rathauschef räumte ein, dass es jetzt wohl eine kurze Phase des Innehaltens geben werde. Er hoffe jedoch, dass anschließend alle wieder bereit sind, den Blick nach vorne zu richten und mitzuhelfen, das Tourismusangebot im österreichischen Kleinwalsertal zu verbessern. "Ich fordere jedenfalls alle dazu auf", betonte Haid.

Groß war die Enttäuschung natürlich bei der Kleinwalsertaler Bergbahn AG, hinter der die Raiffeisen-Holding im Kleinwalsertal und die Allgäuer Überlandwerke aus Kempten stehen. Bahn-Vorstand Augustin Kröll hatte schon vor der Abstimmung angekündigt, dass die KBB die in die Jahre gekommenen Bahnen am Ifen auch im Falle eines negativen Ausgangs der Volksabstimmung nicht verkaufen werden.