Stoibers Transrapid-Rede auf dem Schlagzeug Bumm, äh, zack

Auf Youtube wird ein junger Drummer gefeiert. Jonny König hat Bayerns Ex-Ministerpräsident Stoiber auf seinem Schlagzeug vertont und verhilft damit dessen legendärer Transrapid-Rede zu neuem Ruhm. Wir sprachen mit ihm über seine Idee, Probleme bei der Umsetzung und den Rhythmus von Ähs.

Von Thierry Backes

Jonny König, 24, ist aktuell Deutschlands Youtube-Star. Er hat die legendäre Transrapid-Rede des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber aus dem Jahr 2002 auf seinem Schlagzeug neu interpretiert. Königs erstes Youtube-Video "Stoiber on Drums" wurde seit dem 30. Januar knapp 100.000 mal geklickt. Hier erzählt der Absolvent der Popakademie Baden-Württemberg, wie es zu dem Video kam.

SZ.de: Herr König, warum beschäftigt sich ein Mannheimer mit einer Rede eines ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten?

Jonny König: Ich musste ein Stück für meine Schlagzeugprüfung an der Popakademie komponieren, wollte aber nichts Klassisches machen, das können Hunderttausende besser als ich. Ich habe also nach etwas Besonderem gesucht, das durch die Presse ging, und bin erst bei der Wutrede von Giovanni Trapattoni gelandet. Dann bin ich über die gestotterte Transrapid-Rede von Edmund Stoiber gestolpert und unter den Tisch gefallen vor Lachen.

Wie lange haben Sie gebraucht, um das Stoiber-Solo einzustudieren?

Sechs Monate. Ich habe die komplette Rede in Ein-Sekunden-Schnipsel eingeteilt und sie nach und nach für's Schlagzeug übersetzt. Irgendwann konnte ich dann zehn Sekunden spielen, dann elf, dann zwölf. Es war ein sehr, sehr mühseliger Prozess, aber es hat sich gelohnt.

Sahen das Ihre Dozenten auch so?

Sie fanden die Idee wohl klasse, jedenfalls haben sie mir die Note 1,3 gegeben.

Gibt es Passagen, die einfacher zu spielen sind als andere?

Ja. Wenn Stoiber einzelne Ähs aneinanderreiht, so dass ein gewisser Rhythmus entsteht. Schwierig wird es bei längeren Pausen. Dafür habe ich beim Spielen einen Taktgeber auf den Kopfhörern, ich weiß dann zum Beispiel, dass ich nach zwei Metronomschlägen wieder einsteigen muss.

Wäre es nicht einfacher und rhythmischer gewesen, nur Teile der Rede zu vertonen?

Bestimmt. Aber ich habe nichts ändern wollen, sondern habe versucht, die komplette Rede in Töne zu übersetzen. Auch wenn die zu 99 Prozent Quatsch ist. Wobei ich betonen möchte, dass ich mein Stoiber-Solo nicht als Veräppelung verstehe, sondern eher als Hommage.

Sie spielen selbst in mehreren Bands. Wollen Sie die Rede ins Repertoire aufnehmen?

Ich werde das Stück bestimmt wieder aufführen, es gibt ja jetzt schon einige Anfragen. Aber mit den Bands spiele ich lieber andere Sachen.

Weitere Infos: www.jonnykoenig.de