Die CSU schreibt ihre Negativgeschichte fort. Bei der Bundestagswahl erzielte sie ein noch schlechteres Ergebnis als bei den Landtagswahlen im vergangenen Jahr.
Die CSU hat mit 41,9 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte bei einer Bundestagswahl erzielt. Es liegt sogar noch unter jenen 43,4 Prozent, die vor einem Jahr Günther Beckstein und Erwin Huber den umgehenden Rücktritt von ihren Ämtern eingebracht haben. Das Ergebnis von 2008 gilt noch immer als Tiefpunkt der Parteigeschichte. Diese Geschichte muss nun fortgeschrieben werden - nach unten.
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Horst Seehofer schreibt die Negativgeschichte der CSU fort. Bei der Bundestagwahl erzielte die Partei ein noch schlechteres Ergebnis als bei den Landtagswahlen im vergangenen Jahr. (© Foto: dpa)
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Horst Seehofer, der als Retter der CSU in höchster Not geholt wurde, hat es nicht vermocht, die Partei aus dem Tal der Tränen herauszuführen. Er hat ein Jahr lang ein Feuerwerk an Gags abgebrannt und sich darin gefallen, gegen die Kanzlerin zu streiten. Er hat mit hohem Risiko gespielt und verspielt.
Die Frage, ob Seehofer Segen oder doch eher Fluch für die CSU ist, schwelt schon lange. Nun kann die Partei diese Diskussion nicht mehr vermeiden. Denn viele Bayern wollten Angela Merkel durchaus als Kanzlerin stützen, aber sie haben deswegen bewusst nicht CSU, sondern FDP gewählt. Aus gutem Grund: Die CSU hat sich als heftigste Gegnerin der Kanzlerin präsentiert. Seehofer hat Merkel unter Druck gesetzt, sogar Ultimaten gesetzt. Für Wähler, die sich die Fortsetzung der Ära Merkel wünschten, wäre es nachgerade unsinnig gewesen, den Bock zum Gärtner zu machen und ihr mit einer starken CSU die heftigsten Widersacher in die Regierung zu schicken.
Seehofer muss sich vorwerfen lassen, die FDP sogar noch hochgepäppelt zu haben. Monatelang hat er seinen kleinen Regierungspartner angegriffen, hat ihn zum David stilisiert, der unter dem Dauerfeuer des Goliath CSU immer mehr Symphatien sammelte. Nun wird nach dem Sündenbock für das Ergebnis gesucht werden. Die präsidiale Kanzlerin, die das Herz der Bayern angeblich nicht erringen konnte, sie ist schuld - so wird es die CSU-Spitze interpretieren. Oder gar Karl-Theodor zu Guttenberg, dem Seehofer auf dem letzten Parteitag "als Gesellenstück" aufgegeben hatte, den Liberalen die Wähler abspenstig zu machen.
Das allerdings wäre eine kühne Sündenbock-Theorie. Guttenberg ist nicht umsonst der Sympathieträger der CSU: Er hat noch kurz vor der Wahl erklärt, was sein Parteichef gern verschweigt: Dass harte Zeiten kommen. Er hat Profil gezeigt, auch gegen die Schönredner in der eigenen Partei. Er war skeptisch, als sein Parteichef schon stolz den neuen Quelle-Katalog vorgezeigt hat. Er hat seinen Verstand gegen das Bauchgefühl Seehofers gesetzt. Vermutlich hat das mehr Wähler für die CSU gewonnen als Seehofers Steuersenkungsversprechen, die ohnehin niemand mehr glaubt. Verstand gegen Bauch - das ist die Frage, die in der CSU die nächsten Wochen bestimmen wird.
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(SZ vom 28.09.2009/jhh)
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würde ich sagen. Und würde mir wünschen. Die Ausrede der letzten Wahlen, dass die Raucher ihre Stimmen der CSU entzogen hätten, die zieht nun nicht mehr. Oder haben doch die Nichtraucher mehr Stimmen der anderen gegeben? Sei dem wie auch immer, vielleicht wird es bei der nächsten Wahl nicht mal 35% ;-))) Herzlichen Glückwunsch, Herr Seehofer
So oder so: die CSU ist im langsamen Sinkflug. Den wird weder Seehofer noch ein anderer aufhalten. Die Volksparteien verlieren an Bedeutung. Was die SPD gestern erlebt hat, werden auch CDU und CSU noch erleben. Nur schwammiges Gar-Nichts-Sagen wie Merkel es praktiziert zögert den unvermeidlichen Niedergang etwas hinaus.
Wer Gen-Food auf unseren Feldern erlaubt, die Bauern im Stich lässt und Eltern und Kinder mit einem antiquierten Schulsystem quält, wird Federn lassen müssen.
ich glaube, dass die Katholiken einfach nicht mehr mögen. Abtreibung und so. Irgendwann ist jedem die Heuchlerei zu viel.
Ich weiß ja nicht, ob die Ramsauers und Seehofers uns für dumm halten, oder ob sie tatsächlich an das glauben, was sie am Wahlabend von sich geben. Ausgerechnet die Bayern sollen massiv Leihstimmen an die FDP gegeben haben um einer Über-10-Prozent-Partei den Einzug in den Bundestag zu sichern. Die andere, einsichtigere Variante, dass viele Bayern zwar eine unionsgeführte Koalition wünschten, aber ihre Stimme einem Seehofer nicht geben wollten, darauf kommt man in der CSU-Zentrale vielleicht nicht.
Wenn Seehofer auch nur halb so viel Anstand und Selbstachtung hätte wie Erwin Huber und Günter Beckstein, dann träte er in dieser Woche zurück.
auf der "Showbühne" zu präsentieren zeugt nun mal nicht von politischer Klarsicht, sondern von Selbsterhaltungstrieben.
Paging