Spendenaffäre Angeblich Durchsuchungen bei Thurn und Taxis

  • Das Internetportal Regensburg-Digital berichtet, dass es bei der Fürstenfamilie Thurn und Taxis Durchsuchungen gegeben haben soll.
  • Die Regensburger Staatsanwaltschaft wollte das nicht bestätigen, dementierte aber auch nicht.
  • Das Fürstenhaus könnte in die Spendenaffäre um Oberbürgermeister Wolbergs verstrickt sein.
Von Andreas Glas, Regensburg

Die Ermittlungen in der Regensburger Parteispendenaffäre ziehen offenbar immer weitere Kreise. Wie das Internetportal Regensburg-Digital berichtet, soll es in der vergangenen Woche auch Durchsuchungen in den Räumen der Regensburger Fürstenfamilie Thurn und Taxis gegeben haben.

Das Haus Thurn und Taxis hatte im vergangenen Jahr mit Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) über den Verkauf der Freiflächen des Schlosses Pürkelgut verhandelt, weil die Stadt Regensburg dort eine Landesgartenschau veranstalten wollte. Die Verhandlungen scheiterten allerdings.

Im Frühjahr verkaufte das Fürstenhaus dann einen Teil des Pürkelgut-Geländes an ein Regensburger Immobilienunternehmen, das inzwischen neben zwei weiteren Firmen im Mittelpunkt der Parteispendenaffäre steht. Auf SZ-Nachfrage wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg eine Durchsuchung im Haus Thurn und Taxis weder dementieren noch bestätigen. Das Fürstenhaus war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Erst am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass sich der Kreis der Beschuldigten in der Spendenaffäre erweitert hat. Bislang hatte die Justiz nur gegen Oberbürgermeister Wolbergs und drei örtliche Immobilienfirmen ermittelt, die im OB-Wahlkampf insgesamt 500 000 Euro an die SPD gespendet haben könnten, um sich Vorteile bei Bauvorhaben zu verschaffen. Der OB steht wiederum im Verdacht, die Spender bei städtischen Projekten bevorzugt zu haben.

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